Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall gehört zu den weltweit führenden Herstellern von Waffensystemen und -Munition im Kaliberbereich 20 mm bis 35 mm und baut dabei auf dem Erbe der beiden Traditionsunternehmen Oerlikon und Mauser auf. Auf der Messe Eurosatory 2026 in Paris zeigt Rheinmetall neue Waffensysteme und Fähigkeiten aus dem Mittelkaliberbereich. Dazu gehört die 35mm-Maschinenkanone MK35-E, die auf eine einst unter dem Namen Wotan35 entwickelte Waffe zurückgeht, wie Rheinmetall schreibt.
Die fremdangetriebene Maschinenkanone im Kaliber 35 x 228 mm bietet eine Reichweite von bis zu 3.000 Metern und eine einstellbare Kadenz von 90 bis 200 Schuss pro Minute. Sie kann laut Hersteller Einzelfeuer, Feuerstöße und schnelles Einzelfeuer schießen. Ebenso sei sie in der Lage, tempierbare Munition zu verschießen. Hierdurch eigne sie sich dazu, ein breites Zielspektrum zu bekämpfen – leichte Gefechtsfahrzeuge ebenso wie infanteristische Zielen hinter Deckungen oder auch Drohnen und weitere Luftziele. Über den Doppelgurtzuführer lassen sich zwei verschiedene Munitionssorten parallel nutzen.
Wie Rheinmetall weiter ausführt, unterliegt die Waffe nicht den US-amerikanischen ITAR-Exportbestimmungen. Damit biete sie eine Alternative für Nutzer von 35mm-Systemen, welche eine europäische Lösung als Standardbewaffnung für ihre Schützenpanzer oder andere Plattformen suchen.
Rheinmetall hat die MK35-E den Angaben zufolge bereits versuchsweise in einen Schützenpanzer CV9035 integriert und erprobt. Dabei seien insgesamt mehrere tausend Schuss erfolgreich abgegeben worden.
Eine weitere Neuheit auf der Eurosatory ist die Leichtgewichtswiege für Rheinmetalls bewährte Maschinenkanine MK30-2/ABM. Die Leichtgewichtswiege ist den Angaben zufolge als Zubehörteil lieferbar. Sie ermögliche es Nutzern oder Turmherstellern, die MK30-2/ABM in deren Systeme nach dem „Plug & Play“-Prinzip zu integrieren.
Die MK30-2/ABM ist ein zuschießender Gasdrucklader im Kaliber 30 x 173 mm und verfügt über einen Doppelgurtzuführer. Die Kadenz liegt beim Puma- und Lanceturm bei bis zu 200 Schuss pro Minute. Auf Anfrage seien auch 600 Schuss pro Minute möglich – etwa für die Drohnenabwehr.
Sie dient als Standardbewaffnung im Schützenpanzer Puma, Radschützenpanzer Schakal, im schweren Waffenträger Infanterie und im Schützenpanzer Lynx. Über 1.200 dieser Waffen sind laut Hersteller inzwischen weltweit im Einsatz. Die MK30/2 ABM gehört nach Angaben von Rheinmetall zu den präzisesten Waffen ihrer Art. Auch sie verfügt über die Fähigkeit, tempierbare Munition zu verschießen und damit ein breites Zielspektrum zu bekämpfen.
Lars Hoffmann

















