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Rheinmetall liefert Raketenwerfer-Munition für über 300 Millionen Euro

Der Düsseldorfer Rüstungs- und Automotive-Konzern Rheinmetall ist nach eigenen Angaben mit der Lieferung von Artillerieraketen im Wert von über 300 Millionen Euro netto für Mehrfachraketenwerfer eines europäischen NATO-Mitgliedstaats beauftragt worden. Die Lieferung solle zwischen 2024 und 2027 erfolgen, schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung. Der Auftrag sei bereits im vergangenen Dezember gebucht worden.

Rheinmetall Expal Munitions sei dabei innerhalb des Rheinmetall-Konzerns verantwortlich für die Herstellung und Lieferung der Raketen, die ein Reichweitenspektrum von bis zu 300 km abdecken, heißt es in der Mitteilung. Der Auftrag umfasse zudem weitere Zusatzleistungen und Systeme.

Im Dezember vergangenen Jahres hatte das spanische Verteidigungsministerium die beiden Unternehmen Escribano Mechanical & Engineering und Rheinmetall Expal Munitions mit der Lieferung eines neuen Raketenwerfer-Systems hoher Mobilität mit der Bezeichnung SILAM (Sistema Lanzacohetes de Alta Movilidad) für 576,5 Millionen Euro netto beauftragt. Medienberichten zufolge basiert das System auf der PULS-Raketenwerfertechnologie des israelischen Rüstungskonzerns Elbit Systems. Laut Rheinmetall handelt es sich bei der 300-Millionen-Euro-Order um den ersten Auftragserfolg für den Konzern im Zuge der strategischen Portfolioerweiterung um den Bereich der Raketenartillerie.

Erst am 12. Februar dieses Jahres war laut Mitteilung im Beisein von Bundeskanzler Olaf Scholz im niedersächsischen Unterlüß der symbolische erste Spatenstich für ein neues Werk gesetzt worden, in dem neben Sprengstoff und Artilleriemunition auch Komponenten für Raketenartillerie produziert werden sollen.

Laut Rheinmetall soll vor Ort die Produktion von Raketenantrieben und gegebenenfalls Gefechtsköpfen erfolgen, wie sie etwa für das geplante deutsche Raketenartillerie-Projekt benötigt werden.  Rheinmetall ist bei diesem Thema eine Partnerschaft mit dem US-Rüstungskonzern Lockheed Martin eingegangen, der seine Raketentechnologie nach Deutschland verkaufen möchte. Im vergangenen Jahr hatten die beiden Partner eine Lösung vorgestellt, bei der Rheinmetall wesentliche Wertschöpfungsanteile an einem modifizierten deutschen HIMARS-Werferfahrzeug übernehmen würde. Mittlerweile soll es auch Gespräche über eine Produktion von US-Artillerieraketen hierzulande gegeben haben. Die Bundeswehr will zunächst jedoch fünf PULS-Mehrfachraketenwerfer des israelischen Rüstungskonzerns Elbit Systems erwerben – die gleiche Technologie, auf der auch das spanische Projekt aufbaut.
lah

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