Spanische Marine beschafft Naval Strike Missile 

Waldemar Geiger

Die spanische Marine hat den norwegischen Rüstungskonzern Kongsberg Defence & Aerospace mit der Herstellung und Lieferung von Seezielflugkörpern des Typs Naval Strike Missile (NSM) im Wert von 305 Millionen Euro beauftragt. Wie Kongsberg Mitte Dezember mitteilte, wird die derzeit in der spanischen Werft Navantia im Bau befindliche Fregatte der Klasse F-110 als erste Schiffsklasse der Armada mit dem NSM bewaffnet. Zudem ist die nachträgliche Bewaffnung der F-100-Fregatten mit dem Seezielflugkörper beabsichtigt. Dies soll im Rahmen eines Mid-Life-Updates erfolgen.

Die Beschaffung der NSM, welche die Armada 2022 als zukünftige Abstandsbewaffnung ausgewählt hat, erfolgt Kongsberg zufolge über die NATO Support and Procurement Agency (NSPA). Weiterhin kündigt das Unternehmen an, mit der Generaldirektion für Rüstung und Material im spanischen Verteidigungsministerium (DiGAM) eine Vereinbarung unterzeichnen zu wollen, „die als Grundlage für die Entwicklung eines Industrieplans dient, der die Zusammenarbeit und Beteiligung der spanischen Industrie maximiert“.

Neben Spanien haben sich bereits sieben weitere Mitglieder der NATO – zuletzt die Niederlande im Dezember 2023 – für die Einführung der Naval Strike Missile entschieden. Auch die Bundeswehr wird die NSM einführen. So sollen die Fregatten F124, F125 und F126 der Deutschen Marine Mitte der 2020er Jahre mit dem Seezielflugkörper ausgerüstet werden.

Die Naval Strike Missile ist ein erstmals Anfang der 2010er Jahre in Dienst gestellter Seezielflugkörper, welcher Herstellerangaben zufolge sowohl von Schiffen, Hubschraubern und Flugzeugen verschossen werden kann. Eine geringe Radarsignatur soll die Aufklärung erschweren und somit die Überlebensfähigkeit des rund 0,9 Mach schnellen Wirkmittels erhöhen. Die Zieleinwirkung erfolgt mittels der Detonation des etwa 125 kg schweren Gefechtskopfes mit panzerbrechender Splitterwirkung. Neben Seezielen erlaubt der inklusive Booster 407 kg schwere NSM auch die Bekämpfung von küstennahen Landzielen. Die Maximalreichweite soll bei 185 km liegen.

Waldemar Geiger