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Kanadische Streitkräfte sollen Zetros-Lkw von Mercedes-Benz erhalten 

Die kanadische Regierung hat das von General Dynamics Land Systems-Canada (GDLS-C) angeführte Konsortium „The Power Team“ als bevorzugten Bieter im Rahmen des „Logistics Vehicle Modernization (LVM)“-Programms ausgewählt. Dies gab das kanadische Verteidigungsministerium bereits am 10. Januar bekannt. Das Angebot des Power Teams sieht es eigenen Angaben zufolge vor, die LVM-Fahrzeugflotte auf Basis des Mercedes-Benz Zetros zu realisieren. 

Mit dem LVM-Programm sollen Logistikfahrzeuge unterschiedlicher Gewichtsklassen der kanadischen Streitkräfte modernisiert werden, die für den Transport von Material, Munition, Personal und anderen Gütern zwischen und innerhalb von Einsatzgebieten eingesetzt werden. Beschafft werden neben leichten und schweren Lkw auch Anhänger, Fahrzeugschutzpakete sowie unterschiedliche, austauschbare Fahrzeugmodule – darunter Material-, Truppentransport, Gefechtsstand, Instandsetzung und Sanität. Dem Projektplan der kanadischen Regierung zufolge sollen die ersten Fahrzeuge im Zeitraum 2026 bis 2028 ausgeliefert und im Zeitraum 2027 bis 2029 die anfängliche Einsatzbereitschaft in der Truppe erreichen. Die volle Einsatzreife wird für 2029/2031 angepeilt.

Die Beschaffungskosten für das Projekt – einschließlich der Kosten für Projektmanagement, Infrastruktur, Verträge und Unvorhergesehenes – werden von der kanadischen Regierung auf eine Summe in Höhe zwischen 1 und 4,9 Milliarden Kanadische Dollar geschätzt, was umgerechnet einer Summe zwischen 680 Millionen Euro bis 3,3 Milliarden Euro entspricht. 

Die Ermittlung von (GDLS-C) als bevorzugter Bieter stellt dem Ministerium zufolge einen bedeutenden Meilenstein im wettbewerbsorientierten Beschaffungsprozess dar und folgt auf ein strenges Angebotsbewertungsverfahren. Mit der Auftragsvergabe wird vorbehaltlich der endgültigen Genehmigungen durch die Regierung im Frühjahr 2024 gerechnet. 

Neben GDLS-C haben sich die Unternehmen Mercedes-Benz, Marshall Land Systems Canada, Soframe und Manac zum Power-Team-Konsortium zusammengeschlossen, welches sich schlussendlich im Wettbewerb gegen das „Team 45° North“ – bestehend aus Rheinmetall MAN Military Vehicles und Navistar Defence Canada – durchsetzen konnte.

Das kanadische Verteidigungsministerium verweist darauf, dass die Bieterauswahl „nach einem offenen, fairen und transparenten Beschaffungsprozess, der auch mehrere Gespräche mit der Industrie umfasste“ erfolgt sei. Weiterhin wird darauf verwiesen, dass für dieses Beschaffungsprojekt die kanadische Politik der industriellen und technologischen Vorteile gilt. Diese verpflichtet den Lieferanten zu Investitionen in Kanada, die dem Wert der Beschaffung entsprechen. Zudem muss sich die Industrie dazu verpflichten, nach der Auftragsvergabe einen Plan zur Beteiligung der indigenen Bevölkerung vorzulegen. „Dieser Plan zielt darauf ab, bis zu fünf Prozent des Vertragswerts für die Beschäftigung indigener Völker und die Beschaffung von Waren und Dienstleistungen von indigenen Unternehmen und Unternehmern zu verwenden. Der Plan sieht auch die Durchführung von Schulungs- und Qualifizierungsprogrammen in Zusammenarbeit mit den indigenen Partnern des bevorzugten Bieters vor“, heißt es in der Mitteilung des kanadischen Verteidigungsministeriums. 
wg