Jenoptik stoppt Verkaufsprozess von Vincorion

Der Vorstand der Jenoptik  AG hat nach eigenen Angaben am Freitag  entschieden, den Verkaufsprozess für das mechatronische Geschäft unter der Marke Vincorion zu beenden. Man sei zu dem Schluss gekommen, dass die vorliegenden Angebote im Ergebnis nicht dem im Geschäftsjahr 2019 bestätigten Potenzial von Vincorion  und damit nicht den Erwartungen von Jenoptik entsprächen, teilte das Unternehmen mit. Künftig wird Vincorion – ein wichtiger Zulieferer für die Rüstungsindustrie –  als eigenständige Beteiligung von Jenoptik weitergeführt. Nach Aussage von Jenoptik-CEO Stefan Traeger ist damit der aktive Verkaufsprozess beendet. Komme jedoch ein interessierter Bieter auf das Unternehmen zu, werde man selbstverständlich mit diesem reden. Denn wie  Traeger in einer Telefonkonferenz ausführte, hält Jenoptik grundsätzlich an dem Verkaufsplan für  Vincorion fest.

Das Management von Jenoptik und Vincorion hatte in den letzten Monaten Gespräche mit interessierten Parteien geführt und eine Veräußerung der mechatronischen Aktivitäten als mögliche strategische Alternative verfolgt, wie das Unternehmen schreibt. Ziel war es den Angaben zufolge unter anderem, mit einem neuen Eigentümer ein noch besseres Wertschöpfungspotenzial gegenüber den im Konzernverbund von Jenoptik bestehenden Wachstumsaussichten zu realisieren.

Der Prozess wurde im Juli 2019 gestartet, nachdem Jenoptik beschlossen hatte, sich im Rahmen der mittelfristigen Strategie stärker auf die photonischen Geschäftsaktivitäten zu konzentrieren. Im Zuge des Veräußerungsprozesses hatte Jenoptik eigenen Angaben zufolge mehrere Angebote über einen Erwerb sämtlicher Anteile an Vincorion erhalten.

Der Vorstand der Jenoptik AG sei nach sorgfältiger Prüfung der vorgelegten Angebote zu dem Schluss gekommen, dass diese nicht das Potenzial der mechatronischen Aktivitäten widerspiegeln und habe  entschieden, Vincorion als unabhängige Beteiligung im Portfolio zu behalten. „Vor dem Hintergrund der ausgezeichneten Entwicklung von Vincorion im Jahr 2019 mit einem signifikanten Zuwachs sowohl beim Auftragseingang als auch beim Ergebnis entsprachen die Offerten nicht unseren Erwartungen. Wir sind in Anbetracht des Geschäftsverlaufs im letzten Jahr sowie aufgrund der aktuellen Projektpipeline sehr zuversichtlich, dass Vincorion 2020 weitere Steigerungen von Umsatz und Profitabilität erzielen kann“, sagte CEO Traeger. Vincorion habe insbesondere im vierten Quartal vergangenen Jahres einen starken Auftragseingang verzeichnet.

Seiner Aussage zufolge hat das Management  lediglich mit Interessenten aus dem NATO-Raum Gespräche geführt. Allerdings sei dabei kein Stadium erreicht werden, in dem die deutsche Regierung um Genehmigungen gebeten werden musste. Nach Einschätzung von Jenoptik haben sich die Verzögerungen bei Exportgenehmigungen „nicht hilfreich“ auf den Verkaufsprozess ausgewirkt.
lah/12/20.1.2019