Die Direktion für Landstreitkräfte (Direzione Armamenti Terrestri, DAT) der Nationalen Rüstungsdirektion (Direzione Nazionale Armamenti, DNA) Italiens hat Leonardo und Rheinmetall, die das 50:50-Joint-Venture Leonardo Rheinmetall Military Vehicles bilden, mit der Lieferung des ersten Loses von 21 Schützenpanzern Lynx beauftragt. Die Auslieferung erster Fahrzeuge soll Ende 2025 beginnen, wie Rheinmetall in einer Mitteilung schreibt.
Leonardo und Rheinmetall werden den Angaben zufolge 21 Schützenpanzer für die italienische Armee liefern: darunter fünf Lynx KF-41 mit Lance-Turm von Rheinmetall, gefolgt von 16 neu konfigurierten Fahrzeugen, die mit dem gleichen Fahrgestell und 30-mm-Hitfist-Turm von Leonardo ausgestattet sein werden. Die Vereinbarung umfasse eine Umrüstung der gesamten Flotte auf die letztgenannte Konfiguration, ein umfassendes Servicepaket, Schulungs- und Simulationssysteme sowie 30 zusätzliche optionale Fahrzeuge. Es handelt sich laut Rheinmetall um vollständig digitalisierte Fahrzeuge der neuesten Generation, die auf der Integration marktverfügbarer Technologien basieren und in einem Multidomain-Kontext interoperabel agieren können.
Die Lieferung erfolgt im Rahmen des Programms A2CS – Army Armoured Combat System, (ursprünglich AICS – Armoured Infantry Combat System), das die Anschaffung von insgesamt 1.050 gepanzerten Fahrzeugen umfasst und zusammen mit dem „Main Battle Tank“-Programm die Flotte der schweren Fahrzeuge der italienischen Armee erneuern soll.
Wie aus früheren Briefings von Rheinmetall und Leonardo hervorgeht, planen die italienischen Streitkräfte fünf unterschiedliche Varianten des Lynx, die 16 verschiedene Rollen erfüllen sollen, zu beschaffen. Folgende Varianten wurden genannt: mit 120mm-Kanone als leichter Kampfpanzer, mit 30mm-Kanone (mit unbemanntem HITFIST-30-Turm), als Mörser-Träger (Nemo), Flugabwehrpanzer (Skyranger) sowie ohne Turm. Leonardo soll nicht nur den unbemannten Hitfist-Turm mit der elektrisch angetriebenen X-Gun im Kaliber 30 × 173 mm beisteuern, sondern auch das C4I-System, den elektrooptischen Sensor und Radar sowie die Funktechnik liefern.
David Hoeder, Executive Chairman von Leonardo Rheinmetall Military Vehicles wird in der aktuellen Mitteilung mit den Worten zitiert: „Dieser erste gemeinsame Auftrag nach der Entscheidung für ein Joint Venture zwischen Rheinmetall und Leonardo ist ein wichtiger Meilenstein. Er bringt die beiden Unternehmen sowie zwei der größten Länder Europas näher zusammen. Zusammenarbeit ist keine Option mehr – sie ist essenziell für die strategische Souveränität Europas.“
Durch die Gründung des Joint Ventures zwischen Leonardo und Rheinmetall soll nach Angaben von Rheinmetall ein neuer europäischer Marktführer für die Entwicklung und Produktion von militärischen Kampffahrzeugen entstehen. Die Rheinmetall AG und Leonardo SpA werden zu gleichen Teilen Anteilseigner des neuen Unternehmens Leonardo Rheinmetall Military Vehicles (LRMV) mit Sitz in Rom und operativer Zentrale in La Spezia (Norditalien) sein, das für die industrielle Entwicklung und anschließende Vermarktung des neuen Kampfpanzers (MBT) und der neuen Panzerfahrzeuge des Army Armoured Combat System (A2CS) verantwortlich ist.
Für das Joint Venture wurde laut Mitteilung eine 50:50-Aufgabenteilung vereinbart. 60 Prozent der Aktivitäten, d. h. Integration, Zulassungstests, Lieferaktivitäten und logistische Unterstützung, aber auch Anteile der Entwicklung und der Produktion, werden in Italien stattfinden.
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