Die Bundeswehr hat heute acht für die Seefernaufklärung und die U-Boot-Jagd vorgesehene Drohnen des Typ MQ-9B SeaGuardian beim US-Hersteller General Atomics Aeronautical Systems bestellt. Wie die Bundeswehr in einer Mitteilung schreibt, sollen die Drohnen der Kategorie Medium Altitude Long Endurance (MALE) ab 2028 den Marinefliegern zu laufen.
Wie hartpunkt bereits im Dezember berichtete, wird die Beschaffung über die NATO Support and Procurement Agency (NSPA) umgesetzt, die den Vertrag im Auftrag des Bundes mit dem Hersteller abwickelt. Dafür sind gut informierten Kreisen zufolge rund 1,52 Milliarden Euro vorgesehen, wobei in dieser Summe für einen zweijährigen Anfangsbetrieb Ersatzteile sowie weitere Dienstleistungen wie etwa das Training des fliegerischen Personals inbegriffen sind. Dem Vernehmen nach sollen die unbemannten Flugzeuge in den Jahren 2031 und 2032 auf eine Konfiguration zur U-Boot-Jagd hochgerüstet werden.
Die MQ-9B bringe verschiedene Sensoren mit ins Zielgebiet, darunter Kameras und Radare Die Marine setze Flugzeuge wie die Seefernaufklärer vom Typs P-8A bald die MQ-9B-Drohnen zur Überwachung großer Seegebiete, beispielsweise im Nordatlantik oder der Ostsee, ein. Während die P-8A eine Geschwindigkeit von etwa 900 Kilometern pro Stunde erreiche und eine hohe Kapazität für Sensoren und Waffen habe, könne die MQ-9B über einen langen Zeitraum in der Luft verweilen.
Mit einer Flügelspannweite von über 20 Metern bei einer Länge von nur zehn Metern, verfüge die Drohne über gute Segelflugeigenschaften, wodurch die MQ-9B bis zu 30 Stunden in der Luft bleiben könne. Das unbemannte Flugzeug kann den Angaben zufolge über 2.000 Kilogramm Zuladung mit ins Einsatzgebiet bringen. Für die Drohnen der Marine seien verschiedene Sensoren vorgesehen, darunter unterschiedliche Kameras und Radare, um die Meeresoberfläche zu scannen. Zusätzlich gibt es Kanister, die Sonarbojen ausstoßen können. Diese erlauben es dem unbemannten Flugzeug, auch Aktivitäten unter Wasser zu erfassen, etwa die Bewegung von U-Booten.
Die acht MQ-9B-Drohnen sowie die zugehörigen Bodenkontrollstationen werden laut Bundeswehr künftig vom Marinefliegergeschwader 3 „Graf Zeppelin“ in Nordholz betrieben. Damit ab 2028 die ersten Drohnen fliegen können, bedarf es aber noch einiger Vorbereitungen, wie es heißt. Das Personal müsse ausgebildet und die notwendige Infrastruktur vor Ort geschaffen werden.
Dabei profitiere die Bundeswehr davon, dass andere Partner das System MQ-9B bereits nutzen. So kann sie auf die Erfahrungen befreundeter Streitkräfte – etwa der Briten oder der Belgier – zurückgreifen, um einen möglichst reibungslosen Beginn des Flugbetriebs zu gewährleisten.
Lars Hoffmann
















