Der deutsche Drohnenspezialist Avilus hat auf dem Tag der Bundeswehr Ende Juni in Dietz die dritte Generation der Grille und jeweils die erste Generation von zwei weiteren unbemannten Luftfahrzeugen (UAS) des Typs Wespe und Bussard mitsamt neuer Bodenstationsstation vorgestellt. Dies teilte das Unternehmen bereits Ende Juni in einer Pressemitteilung mit. Damit verfügt das Unternehmen über eine breite Palette an Drohnen für die unterschiedlichsten Anwendungen.
Die Grille ist eine etwa 550 kg schwere Drohne für den Verwundetentransport. Bei der Entwicklung und Erprobung arbeitet Avilus eigenen Angaben zufolge eng mit der Wehrtechnischen Dienststelle 61 der Bundeswehr zusammen. Hierdurch konnte das UAS auf seine militärische Verwendungsfähigkeit geprüft und gezielt weiterentwickelt werden. Insgesamt zwölf Rotoren bringen die Drohne Herstellerangaben zufolge auf eine Geschwindigkeit von ca. 80 km/h bei 50 km Reichweite. Hierdurch können Schwerverletzte innerhalb kurzer Zeit an einen Ort hinter der Front zur intensivmedizinischen Versorgung evakuiert, oder zwischen Behandlungseinrichtungen verlegt werden. Zudem können vorgeschobene sanitätsdienstliche Einheiten und Einrichtungen mit medizinischem Material versorgt werden.
Laut Pressemitteilung ist bei der dritten Generation der Grille die Transportkapsel und auch das Landegestell modifiziert worden. Auch die Batterie erfuhr ein Upgrade. Neben einer weitgehend werkzeuglosen Handhabung ist laut Hersteller auch der Betrieb aus noch anspruchsvolleren Geländeabschnitten möglich. Die Betriebssicherheit wird durch eine auf niedrige Höhen optimierten Rettungsfallschirm verbessert.
Mit dem Langstrecken-UAS Bussard betritt Avilus neues Terrain. Die Flächedrohne weist bei einer maximalen Startmasse eine Nutzlast von 143 kg auf. Die Reichweite liegt laut Hersteller bei 2.500 km. Durch ein integriertes PrecISR-Radar von Hensoldt soll der Bussard abstandsfähig in der Lage sein, weiträumige Geländeabschnitte zu überwachen und Ziele zu detektieren, klassifizieren und zu verfolgen. Das ebenfalls von Hensoldt stammende elektrooptische System Argos rundet das allwettertaugliche Sensorpaket ab. Zudem soll der Bussard wie auch die Grille eine hohe Resilienz gegenüber elektronischen Störmaßnahmen aufweisen.
Die mit koaxialen Hauptrotoren ausgestattete Wespe ist Avilus zufolge eine überaus modulare und vielseitige Plattform. Bei einem Startgewicht von 650 kg und einer Nutzlastkapazität von 200 kg beträgt die Einsatzreichweite Herstellerangaben zufolge 300 km. Angetrieben wird die Wespe von einem Verbrennungsmotor. Neben dem Transport von unterschiedlichen Nutzlasten und auch der Evakuierung von Verwundeten kann das UAS auch mit elektrooptischen Systemen für Aufklärungsaufgaben versehen werden. Zudem weist die Wespe die gleiche RasCore-Avionik mit hoher Widerstandsfähigkeit gegen elektronische Störmaßnahmen auf wie die restlichen Drohnen von Avilus.
Mit der vorgestellten Palette von unbemannten Luftfahrzeuge sieht sich Avilus gut aufgestellt, um die Lücke zwischen kleineren Drohnen und bemannten Luftfahrzeugen zu schließen. Insbesondere im Bereich des taktischen Lufttransports und der Verwundetenevakuierung strebt das Unternehmen ein Angebot an, was das Risiko für bemannten Drehflügler minimieren und gleichzeitig eine Kostenreduktion pro geleisteter Flugstunde realisieren soll.
Kristóf Nagy
Avilus stellt neue Drohnen auf dem Tag der Bundeswehr vor
Kristóf Nagy

















