Die Bundeswehr bereitet seit geraumer Zeit eine Beschaffung von mehreren Boxer-Fahrzeugvarianten unter einem Dachvorhaben mit dem Namen „Arminius“ vor. Die Rede ist von einem Beschaffungsvolumen von bis zu 3.000 Fahrzeugen im Gesamtwert von rund 40 Milliarden Euro. Ursprünglich für das erste bzw. zweite Quartal 2026 erwartet, geht Rheinmetall-CEO Armin Papperger nun von einem Vertragsschluss frühestens im zweiten Halbjahr dieses Jahres aus, wie er gestern in einem Analystengespräch erklärte.
Seinen Ausführungen zufolge sind aktuell noch zwei wesentliche Fragen zu klären, bevor es zu einer Vertragsunterzeichnung kommen kann. Eine davon ist die vertragsschließende Partei auf der Käuferseite. Neben der europäischen Rüstungsbeschaffungsagentur OCCAR, über die üblicherweise Boxer-Bestellungen an die ARTEC GmbH, ein Joint Venture von Rheinmetall und KNDS Deutschland, erfolgen, könnte Arminius offenbar auch direkt über das Bundeswehr-Beschaffungsamt BAAINBw abgewickelt werden.
Die zweite abschließend zu treffende Frage betrifft sowohl die Stückzahl als auch Variantenzusammensetzung des Rahmenvertrages. So scheint es offenbar noch nicht endgültig geklärt zu sein, ob bzw. wie viele Fahrzeuge bis 2029 bzw. bis 2035 geliefert werden sollen. Gleiches gilt für die Variantenanzahl. Papperger zufolge könnten aus Risikominimierungsgründen einzelne Varianten aus dem Vertragsrahmen ausgeschlossen werden. Hier dürfte es sich um Varianten handeln, die sich noch in der Entwicklung befinden und deren Serienproduktion bzw. Zulauf aktuell nicht sicher genug kalkuliert werden kann.
Papperger verwies in dem Gespräch erneut darauf, dass er von einem jährlichen Boxer-Produktionsbedarf für die Bundeswehr von 1.000 Fahrzeugen ausgeht, wovon 500 auf Rheinmetall und 500 auf KNDS Deutschland entfallen werden. Zur Sicherstellung der Produktionsfähigkeit investieren seinen Ausführungen nach beide Unternehmen bereits jetzt substanziell in die Beschaffung von Langläuferteilen für die Boxerproduktion. Gleichzeitig führte der Rheinmetall-CEO in dem Gespräch mit den Analysten aus, dass sich die Vertragsunterzeichnung nicht mehr lange hinauszögern darf, wenn die Liefererwartungen der Bundeswehr bis 2029 weiterhin die gleichen bleiben. Ein Investment in den substanziellen Aufbau von Boxer-Produktionskapazitäten wird offenbar erst dann möglich sein, wenn ein Vertragsschluss mit final kalkulierbaren Liefermengen erfolgt ist.
Waldemar Geiger

















