AGF-2 und UFK – Defenture mit Lieferung von Fahrzeugen ans KSK beauftragt      

Waldemar Geiger

Anzeige

Das Bundeswehr-Beschaffungsamt BAAINBw hat gestern den niederländischen Spezialisten für Spezialkräftemobilität Defenture mit der Herstellung und Lieferung von 49 mittleren Aufklärungs- und Gefechtsfahrzeugen Spezialkräfte (AGF-2) bzw. mittleren taktischen Unterstützungsfahrzeugen Kommando Spezialkräfte (UFK) beauftragt. Wie aus einer Mitteilung des Unternehmens hervorgeht, werden die Fahrzeuge beginnend ab 2027 dem Kommando Spezialkräfte (KSK) zulaufen.

Der Haushaltsausschuss sowie der Verteidigungsausschuss des Bundestages haben bereits am Mittwoch grünes Licht für die entsprechende 25-Mio-Vorlage gegeben, die dem BAAINBw einen Abschluss einer Rahmenvereinbarung mit Defenture erlaubt, aus der bis zu 80 Fahrzeuge – 49 davon als Festbestellung und 31 als Option – abgerufen werden können. Gut informierten Kreisen zufolge fallen für die Beschaffung der 49 Fahrzeuge – 26 Systeme davon in der Variante AGF-2, acht in der Variante Feuerunterstützungsfahrzeug (AGF-2 mit einer 20-mm-Maschinenkanone) sowie in der Variante 15 UFK – Kosten in Höhe von fast 100 Millionen Euro an.

Anzeige

Die neue Spezialkräfte-Fahrzeugfamilie basiert auf der Mammoth-Plattform von Defenture. Dabei handelt es sich früheren Berichten des BAAINBw zufolge um „ein offen gestaltetes Fahrzeugsystem mit integriertem Minenschutz, welches je nach Bedrohungslage mit ballistischen Schutzkomponentenergänzt werden kann“.

Anzeige

Das AGF 2 wird dabei die Mobilitäts- und Feuerunterstützungsplattform für die Kommandosoldaten bilden, während die leicht abgewandelte UFK-Variante für den Material-, Personal- und Munitionstransport – und somit die Versorgung der Kommandos – genutzt werden soll. Die Zuladungskapazität der 9-Tonnen-Plattform beträgt dem BAAINBw zufolge rund 3,5 Tonnen.

Das AGF-2 und das UFK sind nach Angaben des Herstellers spezialisierte Fahrzeugkonfigurationen, die in Zusammenarbeit mit dem KSK entwickelt wurden. Nach der Auslieferung von vier Nachweismustern im Jahr 2024 wurden der Mitteilung des Unternehmens zufolge vom KSK und Defenture weltweit umfangreiche Systemtests unter verschiedenen klimatischen Bedingungen und Geländeverhältnissen durchgeführt, darunter in Höhenlagen, Wüsten, der Arktis und im Dschungel. Während dieses Prozesses haben beide Plattformen ihre volle Einsatzfähigkeit in den anspruchsvollsten Geländebedingungen und unter extremen Wetterbedingungen unter Beweis gestellt und damit ihre Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit bestätigt, schreibt das Unternehmen weiter.

Die AGF-2/UFK-Plattformen für das KSK sind Defentures Angaben nach vollständig an die Anforderungen der modernen Kriegsführung angepasst und verfügen über integrierte C4ISR-Fähigkeiten für nahtlose Führung, Kontrolle, Kommunikation, Aufklärung und Überwachung. Die Plattform ist speziell auf die weiteren operativen Anforderungen ihrer Nutzer zugeschnitten und verfügt über optimierte Stauraumlösungen und integrierte Systeme für missionskritische Ausrüstung, darunter Waffen, Ausrüstung für Bediener und andere wichtige Gegenstände. Für die Entwicklung der Integration von Primär- und Sekundärwaffen arbeitete Defenture der Mitteilung zufolge mit führenden Rüstungspartnern wie Sima-Innovation, Dillon Aero, KNDS France und Fjord Defence zusammen. SurCom International ist der führende Partner bei der Integration des gesamten IT-Systems.

Weitere Details über die Ausstattung der neuen Spezialkräftefahrzeuge bietet folgender Beitrag: Aufklärungs- und Gefechtsfahrzeug 2 – neue Bilder der Bundeswehr geben Einblick in die Ausstattung der zukünftigen Spezialkräfte-Fahrzeuge

Waldemar Geiger