Obwohl nur etwa 20 Prozent der deutschen Bevölkerung in ostdeutschen Bundesländern geboren wurden, besteht das Deutsche Heer zu fast einem Drittel aus Soldatinnen und Soldaten ostdeutscher Herkunft. Besonders hoch ist der Anteil bei den Stabsoffizieren. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Frage des Bundestagsabgeordneten Ulrich Thoden (Die Linke) hervor.
Demnach stammen zwar nur zwei Prozent der Heeresgenerale aus Ostdeutschland, dafür aber 35 Prozent der Stabsoffiziere (Majore, Oberstleutnante und Oberste) sowie 27 Prozent der Leutnante, Oberleutnante, Hauptleute und Stabshauptleute.
Bei den Unteroffizieren mit Portepee beträgt der Anteil 34 Prozent, bei den Unteroffizieren ohne Portepee sind es 29 Prozent. Mit 27 Prozent fällt der Anteil der Mannschaften im Vergleich zu den anderen Dienstgradgruppen zwar geringer aus, im Vergleich zum Anteil der in Ostdeutschland geborenen Personen an der Gesamtbevölkerung liegt der Wert trotzdem deutlich höher.
Mit dem Kommando Heer im brandenburgischen Strausberg hat zwar die einzige höhere Kommandobehörde des Deutschen Heeres ihren Sitz in Ostdeutschland, der mit Abstand größte Teil der aktuell rund 65.000 Heeressoldatinnen und Heeressoldaten hat seinen Dienstort jedoch in westdeutschen Bundesländern. Nur zwei der neun beziehungsweise zehn Brigaden im Heer (wenn das KSK mitgezählt wird) sind in den ostdeutschen Bundesländern stationiert. Umso bemerkenswerter ist der vergleichsweise hohe Anteil ostdeutscher Soldatinnen und Soldaten im Deutschen Heer.
Ob diese „Überrepräsentanz“ ein reines Heeresphänomen ist oder für die gesamte Bundeswehr gilt, ist derzeit öffentlich nicht bekannt. Eine kürzlich eingereichte Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke mit der Überschrift „Ostdeutsche in der Bundeswehr“ könnte jedoch in wenigen Wochen weitere Erkenntnisse bringen, sobald die Bundesregierung darauf geantwortet hat.
Waldemar Geiger














