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Deutsche Waffenexporte um 36 Prozent gesunken

Die Exporte von Waffen aus Deutschland sind nach jüngsten Angaben des Stockholm International Peace Research Institute (Sipri) im Fünfjahreszeitraum von 2012-2016 gegenüber der Periode von 2007-2011 um 36 Prozent zurückgegangen. Zwar blieb Deutschland laut Daten vom Montag mit 5,6 Prozent Anteil am Gesamtexport an fünfter Steller der größten Rüstungslieferanten. Allerdings hatte kein Land in der Top-10-Liste der Rüstungsexporteure einen ähnlich starken Rückgang zu verzeichnen. Einzig die französischen Waffenexporte sanken in der Referenzperiode um fünf Prozent  – alle anderen Staaten verkauften mehr Waffen ins Ausland.

Den größten Zuwächse verzeichneten China mit einem Plus von 74 Prozent, die Ukraine (49 Prozent), Großbritanien (27 Prozent) sowie die USA (21 Prozent). Den Angaben der Stockholmer Forscher zufolge entfielen auf die fünf größten Exporteure USA (33 Prozent), Russland (23 Prozent), China (6,2 Prozent), Frankreich (6 Prozent) und Deutschland (5,6 Prozent) insgesamt 74 Prozent aller Waffenexporte.

Schiffe dominieren deutsche Exporte

Laut Sipri hatten 28 Prozent der deutschen Waffenausfuhren andere europäische Länder zum Ziel, 24 Prozent gingen nach Asien und Ozeanien, 23 Prozent in den Mittleren Osten, 16 Prozent nach Nord- und Südamerika sowie 8,9 Prozent nach Afrika. Im Zeitraum 2012-2016 belieferte Deutschland demnach 60 Länder. Das wichtigste Einzelexportziel war Südkorea. Der südostasiatische Staat nahm insgesamt 13 Prozent aller deutschen Exporte auf, gefolgt von Griechenland (12 Prozent) und den USA (9,7 Prozent). Deutschland war überdies für die USA der wichtigste Lieferant, auf den 21 Prozent aller importierten Waffen entfielen. Erstaunlich ist, dass Deutschland unter den größten 40 Waffenimporteuren nicht auftaucht, was womöglich mit dem Investitionsstau bei der Bundeswehr zusammenhängt. Hinsichtlich der Struktur der deutschen Exporte machen Schiffe im Zeitraum 2012-2016 mit 46,5 Prozent den größten Posten aus, gefolgt von gepanzerten Fahrzeugen (14,6 Prozent), Luftfahrzeugen (14,6 Prozent), Motoren (10 Prozent), Raketen (8,3 Prozent) und Luftverteidigungssystemen (2,5 Prozent).

Insgesamt legte das Volumen der internationalen Waffentransfers im Zeitraum 2012-2016 gegenüber 2007-2011 um 8,4 Prozent zu. Sipri zufolge war dies der höchste Wert einer Fünfjahresperiode seit 1990.  Die fünf größten Importeure im betrachteten Zeitraum waren Indien mit 13 Prozent der Gesamteinfuhren, Saudi-Arabien (8,2 Prozent), die Vereinigen Arabischen Emirate (4,6 Prozent), China (4,5 Prozent) und Algerien (3,7 Prozent). Während Waffenausfuhren mit Ziel Asien und Ozeanien sowie in den Mittleren Osten zunahmen, importierten den Sipri-Angaben zufolge Europa, der amerikanische Doppelkontinent sowie Afrika weniger Waffen.
lah/12/21.2.2017