Bewegliche Drohnenkriegsführung – Rheinmetall verschießt FV-014 aus fahrendem Containerized Missile Launcher

Waldemar Geiger

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Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall hat den erfolgreichen, Lkw-gestützten Einsatz des Loitering-Munition-Systems FV-014 in der Bewegung demonstriert. Dabei wurde das Wirkmittel aus dem von Rheinmetall entwickelten Containerized Missile Launcher verschossen.

Wie das Unternehmen in einer heute publizierten Mitteilung schreibt, fand die Produktdemonstration im Juli 2026 am Nationalen Erprobungszentrum für unbemannte Luftfahrtsysteme des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Cochstedt, Sachsen-Anhalt, statt.

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Im Rahmen der Kundenvorführung wurde die FV-014 Rheinmetall zufolge sowohl aus dem Stand als auch während der Fahrt von einem Rheinmetall-HX-Lkw aus gestartet. Während der Demonstration soll das System verschiedene simulierte Einsatzprofile und Angriffsflüge absolviert haben.

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Die Fähigkeit, Loitering Munition Systeme (LMS) während der Fahrt einsetzen zu können, gilt in Fachkreisen als Grundvoraussetzung zur Integration von Mitteln der Drohnenkriegsführung in die beweglich geführte Gefechtsführung. Der von Rheinmetall im Juni auf der Rüstungsmesse Eurosatory erstmals gezeigte Containerized Missile Launcher stellt eine mögliche Schnittstelle zur Integration einer größeren Anzahl von Loitering-Munition-Systemen in ein Fahrzeug dar. Der modulare Mehrfachwerfer für Lenkflugkörper und Loitering Munition kann Rheinmetall zufolge abhängig vom jeweiligen Einsatzzweck mit unterschiedlichen Drohnensystemen ausgerüstet werden. Die Integration der unbemannten Systeme sowie dafür benötigter Starteinrichtungen in die 20-Fuß-Containerlösung erlaubt den begleitenden Einsatz der Waffensysteme mit der vorrückenden Kampftruppe. Wenn es die Lage erfordert, werden die Systeme schnell aus dem Container heraus gestartet, ohne dass Katapulte oder sonstige Startrampen benötigt werden.

Ausgelegt als LMS-Träger, kann der Containerized Missile Launcher insgesamt 18 Loitering-Munition-Systeme des Typs FV-014 aufnehmen. Neben den Wirksystemen sind auch Kommunikationssysteme und Energieversorgung in dem Container integriert. Darüber hinaus verfügt das System über die Fähigkeit zur Fernaktivierung als sogenanntes „Sleeper-System“.

Die geringen Packmaße der FV-014 und eine fortschrittliche Schwarmtechnologie ermöglichen es Rheinmetall zufolge, dass sich mehrere Fluggeräte in einer Salve starten und von nur einem Bediener gleichzeitig kontrollieren lassen. Der Start erfolgt aus einem Transport- und Startbehälter mittels Booster. Nach dem Ausstoß entfaltet die FV-014 ihre Klappflügel und geht in den aerodynamischen Flug über.

Die Reichweite der Loitering Munition, die auch von der Bundeswehr beschafft wurde, beträgt bis zu 100 Kilometer, die Einsatzdauer bis zu 70 Minuten. Die hohe Flugdauer bietet dem Bediener nach Aussage des Herstellers ausreichend Zeit für die Aufklärung, sowie Zielauswahl und die Entscheidung über den Wirkeinsatz. Die Steuerung erfolgt über eine benutzerfreundliche Bodenstation mit permanentem Human-in-the-Loop-Konzept. Der Bediener könne damit Ziele identifizieren und verfolgen, den Angriff präzise auslösen und die Mission bei Bedarf abbrechen, um auf veränderte Einsatzbedingungen zu reagieren, so Rheinmetall.

Parameter der FV-014 nach Angaben des Herstellers:

  • Typ: Loitering Munition
  • Missionsspektrum: Zielaufklärung, Zielverfolgung, präziser Einzel- oder Schwarmangriff, Einsatz in GNSS-denied Szenarien.
  • Startgewicht: ca. 22 kg mit 6 kg Nutzlast.
  • Reichweite: bis zu 100 km (60 km Datenlink-Reichweite).
  • Flugdauer: 70 Minuten.
  • Gefechtskopf: ca. 5 kg HEDP (High-Explosive Dual Purpose) mit Durchschlagsleistung von über 600 mm RHA, zugleich wirksam gegen ungepanzerte Ziele und Infrastruktur.
  • Transport- und Startbehälter mit Boosterstart für schnelles Ansetzen.
  • Bedienerstation mit Datenlink für Echtzeit-Lagebilder und Zielzuweisung.
  • Auslegung für Schwarmoperationen zur gleichzeitigen Bekämpfung mehrerer Ziele oder zur Sättigung gegnerischer Schutzsysteme.
  • Perspektivisch in mobilen und skalierbaren Werfer-Konfigurationen auf Fahrzeugplattformen und auch seegehenden Einheiten einsetzbar.
  • Elektrischer Motor mit Propeller für leisen Anflug.
  • Auslegung für reduzierbare Radar- und IR-Signatur.
  • Robust gegen GNSS-Störungen, geeignet für den Einsatz im stark umkämpften Luftraum

Waldemar Geiger