Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall hat sein neues Loitering Munition System FV-014 erfolgreich einem potenziellen NATO-Kunden vorgeführt. Wie das Unternehmen in einer Mittelung schreibt, erfolgte die Demonstration gestern am Nationalen Erprobungszentrum für unbemannte Luftfahrtsysteme des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Cochstedt, Sachsen-Anhalt.
Im Rahmen der Vorführung simulierte das Loitering Munition System FV-014 den Angaben zufolge verschiedene Einsatzszenarien und Angriffsflüge. Für Rheinmetall bedeute die erfolgreiche Erprobung einen weiteren Meilenstein bei seinen Aktivitäten im Bereich der Loitering Munition. Das Loitering Munition System sei ausgelegt für den dynamischen Gefechtsfeldeinsatz auf Entfernungen bis zu 100 Kilometer. Das System verbindet laut Hersteller hohe Wirksamkeit gegen gepanzerte und ungepanzerte Ziele mit modernster Sensorik, Netzwerkfähigkeit und Einsatzoptionen auch in GNSS-gestörten Umgebungen.
Das FV-014 sei als echtes LMS konzipiert und vereine Aufklärung und Wirkung in einem System. Es unterstütze taktische Verbände bei der Bekämpfung von Hochwert-Punktzielen, etwa Gefechtsfahrzeugen, Artilleriestellungen oder Führungsmittel, über große Distanzen jenseits der Sichtlinie. Nach Angaben von Rheinmetall wird das System aus einem Startcontainer mittels Booster gestartet, lässt sich aber auch aus einem Multi-Launcher einsetzen. Nach dem Start entfaltet das FV-014 seine Klappflügel und wechselt in den aerodynamischen Flug. Das System erreicht demnach eine Einsatzreichweite von bis zu 100 Kilometer bei einer Flugdauer von 70 Minuten. Die Datenlink-Reichweite wird mit 60 Kilometern angegeben.
Das FV-014 sei initial als tragbares System für den Einsatz auf Truppenebene ausgelegt und werde über eine bedienerfreundliche Bodenstation geführt, die eine permanente Human-in-the-loop-Kontrolle ermögliche, heißt es in der Mitteilung. Der Bediener kann dmanch Ziele identifizieren, anfliegen, den Angriff präzise auslösen oder die Mission bei veränderten Rahmenbedingungen abbrechen.
Der Flugkörper des FV-014 folgt einem klassischen Flügelkonzept mit elektrischem Antrieb und facettierten Strukturen, um Signaturen zu reduzieren und hohe Anfluggeschwindigkeiten in den Zielraum zu ermöglichen. Das System sei optimiert für niedrige akustische und thermische Signaturen und könne auch in elektromagnetisch anspruchsvollen Szenarien mit gestörter Satellitennavigation eingesetzt werden, so Rheinmetall.
Parameter der FV-014 nach Angaben des Herstellers:
- Typ: Loitering Munition
- Missionsspektrum: Zielaufklärung, Zielverfolgung, präziser Einzel- oder Schwarmangriff, Einsatz in GNSS-denied Szenarien.
- Startgewicht: ca. 20 kg mit 6 kg Nutzlast.
- Reichweite: bis zu 100 km (60 km Datenlink-Reichweite).
- Flugdauer: 70 Minuten.
- Gefechtskopf: ca. 5 kg HEDP (High-Explosive Dual Purpose) mit Durchschlagsleistung von über 600 mm RHA, zugleich wirksam gegen ungepanzerte Ziele und Infrastruktur.
- Transport- und Startbehälter mit Boosterstart für schnelles Ansetzen.
- Bedienerstation mit Datenlink für Echtzeit-Lagebilder und Zielzuweisung.
- Auslegung für Schwarmoperationen zur gleichzeitigen Bekämpfung mehrerer Ziele oder zur Sättigung gegnerischer Schutzsysteme.
- Perspektivisch in mobilen und skalierbaren Werfer-Konfigurationen auf Fahrzeugplattformen und auch seegehenden Einheiten einsetzbar.
- Elektrischer Motor mit Propeller für leisen Anflug.
- Auslegung für reduzierbare Radar- und IR-Signatur.
- Robust gegen GNSS-Störungen, geeignet für den Einsatz im stark umkämpften Luftraum
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