Rheinmetall zeigt Primoco-Drohne mit Loitering Munition und Luft-Luft-Flugkörper

Anzeige

Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall arbeitet gegenwärtig an einer Drohne, die mit einem Luft-Luft-Flugkörper zum Eigenschutz und drei Loitering-Munition-Elementen ausgestattet wird. Das Unternehmen zeigt gegenwärtig ein Modell des Systems auf den vom 27. bis zum 29. August laufenden Drone Days 2025 der b.r.m. IT & Aerospace GmbH auf dem Flugplatz Oldenburg-Hatten.

Als Plattform für die Wirkmittel wird eine Drohne des Typs Primoco One 150 des gleichnamigen tschechischen Herstellers gezeigt. Das unbemannte Flugzeug, das vom Hersteller in erster Linie für ISR-Missionen vorgesehen ist, kann laut Rheinmetall maximal eine Nutzlast aus 30 Kilogramm tragen, die in der gezeigten Version aus einem optischen Sensor des Herstellers Octopus an der Nasenspitze und vier Flugkörpern besteht. Die One 150 hat laut Hersteller eine Reichweite von etwa 1.800 Kilometern und fliegt mit 30 Kilogramm Nutzlast etwa 6 bis 8 Stunden.

Anzeige

Zum Eigenschutz wurde am rechten Flügel ein Modell eines sich gegenwärtig bei Rheinmetall in Entwicklung befindlichen Luft-Luft-Flugkörpers angebracht, der laut Hersteller mit einer Flugausdauer von 5 Minuten und einer Geschwindigkeit von 600 km/h in erster Linie für Bekämpfung von anderen Drohnen und Hubschraubern vorgesehen ist.

Anzeige

Laut Rheinmetall weist der mit einer Wirkladung von vier Kilogramm ausgestattete Flugkörper einen technischen Reifegrad (TRL) von 3 auf. Womöglich könnten noch im laufenden Jahr Flugtests erfolgen.

Am linken Flügel der Primoco-Drohne sind drei Loitering-Munition-Elemente des Typs HERO R-20 angebracht, die dem Vernehmen nach vom Berliner Start-up Bär Technology hergestellt werden. Die gezeigte HERO-Version agiert laut Rheinmetall vollständig autonom mit eigenen Suchkopf, was die Lösung vergleichsweise teuer macht. Für die Zukunft ist die Zielzuweisung über einen Laser der Mutter-Drohne vorgesehen, um Kosten zur reduzieren.

Die Loitering Munition wird abgeworfen und geht dann nach gewisser Flugzeit oberhalb des Bodens in den Eigenflug. Laut Rheinmetall kann die von vier Propellern angetriebene Munition rund 20 Minuten in der Luft bleiben und hat eine Reichweite von weniger als fünf Kilometern. Der Gefechtskopf mit einem Gewicht von 500 Gramm befindet sich gegenwärtig noch in der Entwicklung. Laut Rheinmetall soll die TRL der Loitering Munition in Kürze die Stufen 8 und 9 erreichen, um die Waffen demnächst an einen Kunden ausliefern zu können.

Dass für das gezeigte Konzept eine Drohne von Primoco und nicht die eigene Drohne Luna NG genutzt wird, liegt laut Rheinmetall im Wesentlichen an zwei Gründen: Der Katapultstart mit einer Belastung von mehren G würde die Flugkörper sehr stark belasten, während die Primoco-Drohne wie ein normales Flugzeug startet und landet. Darüber hinaus hat die Luna NG nur begrenzt Platz für Wirkmittel unter ihren Tragflächen. Sollte das Konzept auf Kundeninteresse stoßen, könnte Rheinmetall dem Vernehmen nach die Montage der Drohne des Partners Primoco bei entsprechender Nachfrage selbst übernehmen und die Integration der Systeme vornehmen.

Lars Hoffmann