Diehl Defence hat heute auf der Ämari Air Base die erste Feuereinheit des bodengebundenen Luftverteidigungssystems mittlerer Reichweite IRIS-T SLM an die estnische Luftwaffe übergeben. Der baltische Staat sei eine weitere NATO-Nation, die ihr Staatsgebiet mit dem einsatzerprobten System IRIS-T SLM aktiv schützen könne, schreibt Diehl in einer Mitteilung.
Für Estland handelt es sich den Angaben zufolge um die bis dato größte Verteidigungsinvestition in der Geschichte des Landes. Die Übergabe unterstreiche zugleich die Bedeutung der European Sky Shield Initiative (ESSI) als Beschaffungsrahmen. ESSI ist ein 2022 von Deutschland initiiertes Projekt zum Aufbau einer integrierten europäischen bodengebundenen Luftverteidigung und umfasst inzwischen 23 Mitgliedsstaaten. Acht davon haben IRIS-T SLM beschafft: Deutschland, Estland, Lettland, Slowenien, Bulgarien, Schweden, Dänemark und die Schweiz. Der standardisierte ESSI-Vertragsrahmen ermöglicht beschleunigte Beschaffungsprozesse und schafft langfristige Synergien in Ausbildung, Wartung und Logistik.
Das System IRIS-T SLM bietet Schutz vor Bedrohungen durch Flugzeuge, Hubschrauber, Marschflugkörper und Drohnen bis zu einer Reichweite von 40 km und einer Höhe von 20 km. Eine Feuereinheit besteht aus Startgerät, Radar und Gefechtsstand; sie zeichnet sich durch hohe taktische Mobilität, echte 360°-Abdeckung und die Fähigkeit zur Mehrfachzielbekämpfung bei geringem Personalaufwand aus. Nach Angaben von Diehl hat das System mit einer über 95-prozentigen Abfangrate seine Leistungsfähigkeit im operativen Einsatz in der Ukraine nachgewiesen.
„Der Krieg in der Ukraine hat deutlich gezeigt, dass eine starke Luftverteidigung ein zentraler Bestandteil der Landesverteidigung ist und für den Schutz unserer Bevölkerung, der Einheiten unserer Streitkräfte und der kritischen Infrastruktur unerlässlich ist“, sagte der estnische Verteidigungsminister Hanno Pevkur. Helmut Rauch, CEO von Diehl Defence, wird mit der Aussage zitiert: „Die Übergabe an Estland zeigt, dass wir auch unter dem erheblichen Nachfragedruck, den der europäische Luftverteidigungsmarkt derzeit erlebt, liefern können.“
Diehl Defence hat nach eigenen Angaben an allen Produktionsstandorten seine Kapazitäten erheblich ausgebaut, um den gestiegenen Bedarf europäischer NATO-Staaten bedienen zu können.
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