Polnische Streitkräfte beginnen Ausbildung am Drohnenabwehrsystem AS-3 Merops

Kristóf Nagy

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Die polnischen Streitkräfte haben damit begonnen, eigenes Personal an dem AS-3-Merops-Drohnenabwehrsystem auszubilden. Dies gaben die Streitkräfte unlängst in einer Mitteilung bekannt. Die Ausbildung umfasst demnach eine breite Palette theoretischer Vorbereitung und intensiver praktischer Ausbildungsvorhaben unter simulierten Einsatzbedingungen.

Die zunehmende Verbreitung kostengünstiger Angriffsdrohnen zwingt Streitkräfte weltweit dazu, neue Ansätze der Luftverteidigung zu entwickeln. In diesem Zusammenhang ist der trotz massiver technologischer Unterlegenheit relativ erfolgreiche Einsatz iranischer Shahed-136-Drohnen und vergleichbarer Plattformen im aktuellen Nahost-Konflikt besonders prägnant.

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Diese vergleichsweise preisgünstigen Systeme können in großen Stückzahlen eingesetzt werden und stellen klassische Luftverteidigungssysteme vor ein Kostenproblem. Teilweise müssen nämlich um ein Vielfaches teurere Flugabwehrraketen gegen deutlich billigere Ziele eingesetzt werden. Dieses Problem zeigte sich auch eindrücklich beim Eindringen russischer Drohnen in den polnischen Luftraum im September 2025: Für die Bekämpfung der Ziele wurden Luft-Luft-Raketen vom Typ AIM-120 AMRAAM verwendet, die je nach Vertragsgestaltung einen Stückpreis von einer bis zwei Millionen US-Dollar aufweisen.

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Ein Mittel zur Bekämpfung billiger Luftkriegsmittel ist das Merops-System des kalifornischen Unternehmens Project Eagle, das laut Pressemeldung bereits erfolgreich in der Ukraine eingesetzt wurde. Es besteht aus einer Bodenstation, einer Startvorrichtung und dem sogenannten „Surveyor-Interceptor-UAS”, das gegnerische Drohnen verfolgen und durch eine kleine Sprengladung zerstören kann. Das Abfangmodul soll Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 280 km/h erreichen und kann entweder autonom oder ferngesteuert eingesetzt werden. Die Zielerfassung und der Endanflug erfolgen unter anderem mittels optischer bzw. Infrarotsensorik und KI-gestützter Bildauswertung. Dadurch soll das System auch in Umgebungen mit starken elektronischen Gegenmaßnahmen und GPS-Störungen einsetzbar sein. Das von Polen bereits für das Jahr 2025 beschaffte System wird bei den eigenen Flugabwehrverbänden auf Geländefahrzeugen eingesetzt, die jeweils die Bodenstation, den Starter für das Abfangmodul und ein Radar für die Zielaufklärung aufnehmen.

Laut der Mitteilung der polnischen Streitkräfte erfolgt das Ausbildungsprogramm an der AS-3 Merops stufenweise, um den Bedienern einen schrittweisen Übergang von der Grundausbildung zur vollen Einsatzbereitschaft zu ermöglichen. Der nächste Schritt ist die Zertifizierung der Einheiten mit scharfer Munition, die für den Zeitraum Mai/Juni dieses Jahres auf dem Übungsplatz der polnischen Luftwaffe in Ustka vorgesehen ist. Ziel dieser Übungen ist es, die Einsatzbereitschaft des Personals unter nahezu realen Bedingungen zu bestätigen und die angewandten Verfahren für den Systemeinsatz zu verifizieren.

Der Ausbildungsplan basiert laut den polnischen Streitkräften auf der Analyse von Erfahrungen aus bewaffneten Konflikten, insbesondere aus Operationen in der Ukraine und im Nahen Osten, in denen das Merops-System aktuell ebenfalls zum Einsatz kommt. Bei der Implementierung des Systems wurden demnach sowohl Erkenntnisse aus Beobachtungen des modernen Gefechtsfelds und Informationen von Bedienern mit praktischer Erfahrung als auch technische und operative Daten des Herstellers berücksichtigt.

Kristóf Nagy