Der polnische Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz und Palantir CEO Alex Karp haben am Montag eine umfangreiche Absichtserklärung über die Zusammenarbeit und die Entwicklung von digitalen Lösungen im Cyberraum unterzeichnet. Dies gab das US-Unternehmen am Montag über soziale Medien bekannt. Laut Mitteilung befindet sich das Projekt in einer frühen Phase, sodass weder etwas über die für die Beschaffung geplanten Produkte, noch über den Wert des Geschäftes etwas bekannt geworden ist.
Am Rande der Veranstaltung betonte Minister Kosiniak-Kamysz, dass Polen im Jahr 2026 etwa 47,2 Milliarden Euro für die Verteidigung auszugeben plant. Dabei sollen möglichst viele Mittel an die einheimische Industrie fließen. Auch Palantir CEO Karp äußerte sich am Rande der Unterzeichnung der Presse und betonte, bezogen auf die Ausführungen des Ministers, dass das US-Unternehmen plant, in Polen zu investieren und Teile seiner Entwicklung, insbesondere für lokal verwendete Produkte dorthin zu verlegen. Dem Vernehmen nach interessieren sich die polnischen Streitkräfte, vornehmlich für Software im Bereich Battlefield Management, Big Data Management in Bezug auf Aufklärungsergebnisse und Anwendungen für die Unterstützung von logistischen Operationen.
Die aktuell bekanntgegebene Kooperation ist den Streitkräften Polens zufolge das zweite große Rüstungsgeschäft für den US-Softwarespezialisten in diesem Jahr. Im April 2025 gab die NATO Communications and Information Agency (NCIA) bekannt, dass sie die auf Künstlicher Intelligenz (KI) und maschinellem Lernen (ML) basierte „Maven Smart System“ (MSS) -Softwarelösung für das Bündnis beschafft. Die Weiterentwicklung des ursprünglich von den US-Streitkräften beauftragten Project Maven wurde konzipiert, um militärische Entscheidungsprozesse zu beschleunigen, indem es riesige Datenmengen zu einem einzigen, umfassenden Lagebild zusammenführt.
Palantir musste in diesem Jahr aber auch Rückschläge verkraften. So wurden Stimmen laut, die eine aktuelle Entwicklung für die US-Streitkräfte massiv kritisierten und die Software als ungeeignet bezeichneten. Palantir bestritt die Vorwürfe vollumfänglich und beharrt darauf, dass sämtliche Projekte in enger Abstimmung mit den Kunden und zu deren Zufriedenheit weiterlaufen.
Kristóf Nagy
















