Drohnenabwehr: Bundeswehr erhält erste Fangdrohnen von Argus Interception

Waldemar Geiger

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Argus Interception, ein deutscher Hersteller von Abfangdrohnen, hat nach eigenen Angaben die Lieferung von zur Drohnenabwehr konzipierten Fangdrohnen an die Bundeswehr abgeschlossen. Wie es in einer heutigen Mitteilung des Unternehmens heißt, ist die Netzabfangdrohne speziell für den sicheren und präzisen Einsatz gegen unbemannte Fluggeräte entwickelt worden. Sie fängt gegnerische Drohnen mithilfe eines Abfangnetzes zuverlässig ab und verhindert damit mögliche Schäden. Details über Anzahl der ausgelieferten Drohnen oder zum Auftragsvolumen gehen aus der Mitteilung nicht hervor. Einem Juni 2025 erschienen Beitrag des Magazins „Der Spiegel“ zufolge, sollten mit Verweis auf Bundeswehrdokumente dieses Jahr insgesamt 24 „Netzwerferdrohnen“ beschafft werden. Bis 2027 sollen dem Beitrag nach 136 weitere Systeme folgen.

„Mit der Lieferung unserer Netzabfangdrohne an die Bundeswehr tragen wir maßgeblich zur Einsatz- und Handlungssicherheit der Streitkräfte bei“, wird Sven Steingräber, Geschäftsführer und CSO von Argus Interception, in der Mitteilung zitiert. „Unsere Technologien sind nicht nur militärisch relevant – sie schützen auch kritische Infrastrukturen.“

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Bei der Netzabfangdrohne von Argus Interception handelt es sich nach früheren Angaben des Unternehmens gegenüber hartpunkt um ein marktverfügbares Produkt, welches im Rahmen eines an der Helmut-Schmidt-Universität – Universität der Bundeswehr Hamburg durchgeführten Forschungsprojektes FALKE – die Abkürzung steht für „Fähigkeit des Abfangens von in gesperrte Lufträume eindringenden Kleinfluggeräten durch zivile Einsatzmittel“ – entwickelt wurde. Das im April 2022 gegründete Unternehmen hat das System im Anschluss an das Projektende marktreif gemacht und eigenen Angaben zufolge bereits in den „Einsatz“ ausgeliefert. Die Drohne wird in Deutschland gefertigt, zudem sollen alle wesentlichen Elemente und Bauteile aus Deutschland kommen.

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Argus Interception bewirbt das System als „einsatzerprobt“. Genaue Details zum Einsatzgebiet wollte das Unternehmen auch auf Anfrage nicht nennen, ein im Rahmen der Rüstungsmesse Eurosatory 2024 am Stand gezeigtes Video zeigt jedoch die ARGUS- Abfangdrohne eingerüstet in ein BV206-Fahrzeug, von dem die Bundeswehr mehrere Systeme an die Ukraine abgegeben hat. Das lässt darauf schließen, dass es sich bei dem Einsatzgebiet höchstwahrscheinlich um die Ukraine handelt.

Nach Angaben von ARGUS lässt sich die Netzabfangdrohne mit jeglichem Detektionssystem kombinieren. Ist ein potenzielles Ziel erstmal aufgeklärt, startet die Abfangdrohne autonom und fliegt der anfliegenden Drohne entgegen. In der finalen Flugphase übernimmt dann die in der Drohne integrierte Sensorsuite – bestehend aus Radar, Lidar und optischer Kamera – und führt die Abfangdrohne KI-gestützt zum Ziel. Dem Bediener wird dann die Option zur Auswahl gestellt, ob die Zieldrohne verfolgt oder „gefangen“ werden soll. Entscheidet sich der Bediener fürs Abfangen, wird das Abfangmanöver autonom ausgeführt. Dazu begibt sich die Abfangdrohne in eine entsprechende Position und verschießt eines von drei an Bord befindlichen Abfangnetzen, was zum Absturz der Zieldrohne führt. Die Abfangrate von nicht kooperativen Drohnen wird mit über 95 Prozent angegeben.

Die Wahl des Effektors ist bewusst gewählt, so kann das System neben der Drohnenabwehr in Kriegsgebieten auch für den Schutz kritischer Infrastruktur sowie im Rahmen von Polizeieinsätzen genutzt werden. Bei der ARGUS Interceptor handelt es sich um eine Kopterdrohne mit einem Gewicht von weniger als 25 kg, die bis zu 30 Minuten in der Luft verbleiben kann.

Bei dem ARGUS Interceptor handelt es um eine Kopterdrohne mit einem Gewicht von weniger als 25 kg, die drei Fangnetzte mit sich führt.
Bei dem ARGUS Interceptor handelt es um eine Kopterdrohne mit einem Gewicht von weniger als 25 kg, die drei Fangnetzte mit sich führt. (Bild: Waldemar Geiger / hartpunkt)

Nach Aussagen des Unternehmens können bei Bedarf mehrere Abfangdrohnen gleichzeitig im selben Einsatzraum operieren und kooperativ unterschiedliche Ziele abfangen.

Je nach Einsatzzweck ist die ARGUS Interceptor in drei unterschiedlichen Varianten verfügbar. Neben einer Koffervariante für den mobilen Einsatz kann das System Fahrzeuggestützt oder angebunden an ein Infrastrukturobjekt eingesetzt werden.

Waldemar Geiger