Der deutsche Werftkonzern TKMS hat sein nicht-bindendes Übernahmeangebot für die Kieler Werft German Naval Yards Kiel (GNYK) zurückgezogen. Ein TKMS-Sprecher bestätigte einen entsprechenden Bericht des Handelsblatts, das als erstes darüber berichtet hatte. Dem Vernehmen nach konnten sich TKMS und der französische Eigentümer CMN NAVAL nach intensiven Gesprächen nicht auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen einer Transaktion verständigen. Die Gespräche zwischen den Parteien liefen Presseberichten zufolge bereits seit dem vergangenen Jahr.
„Der Erwerb der German Naval Yards Kiel wäre eine schöne Option gewesen, aber kein Muss. Das haben wir immer gesagt, dazu stehen wir weiterhin“, heißt es in einem Statement von TKMS-CEO Oliver Burkhard. „Wir haben diese Möglichkeit zur potenziellen Flächenoptimierung sorgfältig geprüft und sehen nach Confirmatory Due Diligence zu den gegebenen Parametern und Konditionen aktuell keine Notwendigkeit für einen Erwerb.“ Die Liegenschaften von GNYK befinden sich innerhalb des Werftgeländes von TKMS in Kiel. Beide Unternehmen nutzen die gleiche Werkseinfahrt.
„Da wir kein Einvernehmen über die wirtschaftlichen Konditionen erzielen konnten, wurde der Bieterprozess daher nun beendet. Mit Kiel und Wismar können wir unser bestehendes und zukünftiges Auftragsvolumen zuverlässig und termingerecht umsetzen“, so Burkhard weiter. Als börsennotiertes Unternehmen sei TKMS den eigenen Aktionärinnen und Aktionären verpflichtet und werde andere Optionen in Kiel verfolgen, um die logistische Flexibilität zu steigern und Lösungen entwickeln, die größtmöglichen Wert für TKMS und seine Anteilseigner schaffen.
Neben TKMS hatte auch Rheinmetall Interesse an der Übernahme von GNYK gezeigt. So teilte Rheinmetall-CEO Armin Papperger Anfang Mai bei einer Analysten-Konfernz mit, dass die neue Marine-Sparte von Rheinmetall, ehemals NVL, ein nicht bindendes Angebot für GNYK abgegeben habe. Eine Due Diligence sei gestartet worden, deren Ergebnisse in den kommenden Wochen erwartet werden. Auf dieser Basis könne man ein bindendes Angebot abgeben, so Papperger damals. Es gehe darum, die eigenen Kapazitäten zu erhöhen.
Mittlerweile hat das BMVg jedoch die Beschaffung von Fregatten der Klasse 126 abgebrochen, bei denen Rheinmetall als Generalauftragnehmer im Gespräch war. Dies dürfte Auswirkungen auf die geplante Auslastung der Werften des Düsseldorfer Rüstungskonzerns haben. Rheinmetall wollte das Thema GNYK heute nicht kommentieren.
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