Auftragsbestand von TKMS wächst auf über 20 Milliarden Euro

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Der Marineschiffbauer TKMS hat im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2025/26 eine anhaltend positive Auftragsdynamik sowie eine deutliche Steigerung des Umsatzes verzeichnet. Wie das Unternehmen mitteilt, erzielte es im Berichtszeitraum durch neue Bestellungen einen Auftragseingang im Wert von 3,4 Milliarden Euro, darunter der Auftrag aus Norwegen über zwei weitere U-Boote der Klasse 212CD und der größte Torpedo-Auftrag der Konzerngeschichte für das 212CD-Programm. Der Auftragsbestand des TKMS-Konzerns erreichte zum 31. März damit ein neues Rekordniveau von insgesamt 20,6 Milliarden Euro. Der Umsatz im ersten Halbjahr lag mit 1.168 Millionen Euro, 10 Proeznt über dem Vorjahresniveau (H1 2024/25: 1.060 Millionen Euro). Das bereinigte EBIT stieg ebenfalls deutlich um 14 Prozent und erreichte 60 Millionen Euro (H1 2024/25: 53 Millionen Euro).

TKMS bestätigt die im Q1 angehobene Prognose für das Gesamtjahr 2025/26 und erwartet nach wie vor ein Umsatzwachstum von 2 bis 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nach Aussage von Oliver Burkhard, CEO von TKMS, kann sein Unternehmen den aktuellen Auftragsbestand wie geplant mit den eigenen Werftstandorten abdecken. „Mit Blick nach vorne prüfen wir aber schon jetzt mögliche internationale Partnerschaften.“ So hat TKMS ein MoU mit der spanischen Staatswerft Navantia geschlossen, um den Bau von U-Boot-Komponenten in Spanien zu prüfen. Bis zum Sommer werde man sehen, ob sich dies realisieren lasse, so Burkhard. Seinen Worten zufolge sind die Kapazitäten bei Navantia zum U-Boot-Bau unterausgelastet, während TKMS ein großes Interesse am eigenen U-Boot-Design feststelle.

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Im März billigte der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags die Verlängerung des Vorvertrags für das Projekt MEKO A-200 DEU. Damit wurde laut Mitteilung im Überwasserbereich ein wichtiger Schritt zur Beschaffung von vier TKMS-Fregatten zur Stärkung der U-Boot-Jagd-Fähigkeit der Deutschen Marine gemacht. Perspektivisch seien weitere Bestellungen denkbar.

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Darüber hinaus ist ein von TKMS geführtes Gemeinschaftsunternehmen der alleinige Bieter im Auswahlverfahren für die zukünftige deutsche Luftverteidigungsfregatte F127. Nach Angaben von Burkhard liegen 66 Prozent der Anteile dieser Special Purpose Company bei TKMS, der Rest bei Rheinmetall Naval, ehemals NVL. Im Augenblick werde diskutiert, wie viele dieser Schiffe gleichzeitig gebaut werden sollen. Dies ändere jedoch nichts an der Gesamtzahl von acht Einheiten.

Im Unterwasserbereich hat TKMS im Rahmen des kanadischen U-Boot-Beschaffungsprogramms zusammen mit Deutschland und Norwegen ein nicht bindendes Angebot und Industriepaket für bis zu zwölf U-Boote abgegeben. Burkard betonte, dass TKMS zusammen mit der Bundesregierung und Partnern aus der Wirtschaft ein umfangreiches Industriepaket für Offset-Leistungen zusammengesellt habe, was es so vermutlich noch nicht gegeben habe. Er zeigte sich optimistisch, den Wettbewerb für die Lieferung von 7 bis 12 U-Booten gegen die Konkurrenz aus Südkorea gewinnen zu können. Seiner Einschätzung zufolge wird Kanada voraussichtlich noch im ersten Halbjahr eine finale Entscheidung treffen, danach wollen die Kanadier seinen Worten zufolge bis Jahresende den Vertrag endverhandeln. Hier sieht sich TKMS gegenüber den Koreanern um Hanwha im Vorteil, weil die kanadische Regierung in den mit Norwegen und Deutschland geschlossenen Vertrag für die Boote der Klasse 212 CD einsteigen oder zumindest große Teile davon übernehmen könnte. Damit sei ein Vertragsschluss bis Jahresende möglich. Bei Vertragsverhandlungen mit Südkorea geht Burkhard eher von einem Zeitansatz von anderthalb Jahren aus.

Mit Indien führt TKMS zudem finale Vertragsverhandlungen zum Bau von sechs U-Booten. In der Diskussion sei bereits die Option, für drei weitere Boote, so Burkhard. Kurz nach Ablauf des ersten Halbjahres hat TKMS zudem weitere Schritte nach vorne gemacht: Mit dem brasilianischen Verteidigungsministerium und lokalen Partnern unterzeichnete TKMS im April eine Absichtserklärung für den Bau von vier weiteren Fregatten der Tamandaré-Klasse.

Nach der Abgabe eines nicht bindenden Angebots zur Übernahme der German Naval Yards Kiel (GNYK) im Januar 2026 werden die Gespräche zwischen TKMS und den Eigentümern weiterhin ergebnisoffen geführt, wie aus der TKMS-Meldung hervorgeht. Mittlerweile zeigt auch Rheinmetall Interesse an einer Übernahme der GNYK und befindet sich in Verhandlungen über die Werft, die auf dem Begtriebsgelände von TKMS liegt. Burkhard zufolge hätte der Erwerb der GNYK mit 300 bis 350 qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern operative Vorteile für TKMS zur Folge. Allerdings bringe das Unternehmen keine Druckkörpertaktstraße ein und auch die Docks für Überwasserschiffe werden seinen Worten zufolge im Augenblick nicht benötigt. So werden die MEKO A-200 DEU bei Rönner in Bremerhaven gebaut, während der Bau der F 127 in Wismar erfolgen solle. Aus diesem Grund werde TKMS nur bis zu einem bestimmten Preis für GNYK bieten.
lah