Mit dem G39 führt die Bundeswehr im Rahmen des Vorhabens „Sonderwaffe schallgedämpft Spezialkräfte“ ein neues Sturmgewehr ein, das die schallgedämpfte Variante des MP5 – welche neben den Spezialkräften unter anderem auch in der Fernspähtruppe zum Einsatz kommt – ersetzen soll. Auf dem 10. KSK Symposium Rüstung hat Heckler & Koch nun den finalen Konstruktionsstand der Waffe im Kaliber .300 Blackout (7,62 x 35 mm) gezeigt.
Wie hartpunkt berichtete, wurde Heckler & Koch Mitte Februar 2024, öffentlich zugänglichen Informationen zufolge, durch das Bundeswehr-Beschaffungsamt BAAINBw mit der Lieferung von 176 Basissätzen der Sonderwaffe schallgedämpft Spezialkräfte beauftragt, die der Erstbefähigung der Spezialkräfte dienen sollen. Für eine Vollbefähigung sind nach Angaben des BAAINBw insgesamt 988 Sätze notwendig.
Das im Farbton Sniper-Grey (RAL7024) gehaltene G39 wurde von Heckler & Koch auf Basis der HK437-Plattform realisiert, einer Variante des HK433 im Kaliber .300 Blackout. Die Waffe verfügt grundsätzlich über das gleiche Gehäuse wie das HK433, die Gasabnahme ist jedoch etwas weiter hinten angebracht. Weiterhin hat es einen modifizierten HK433-Verschluss und ein eigenes Magazin, welches auf .300 Blackout optimal ausgelegt ist. Die HK437 ist ein indirekter Gasdrucklader (Kurzhubkolben) und wiegt in der 9″-Variante 3.140 Gramm, ohne Munition.
Das G39 verfügt über ein 9″-Rohr (229 mm) und wird im finalen Konstruktionsstand mit einem A-TEC-Signaturreduzierer samt Composite-Hitzeschutzhülle des US-Herstellers MODTAC ausgeliefert. Heckler & Koch und der norwegische Spezialist für Signaturreduzierer A-TEC haben bereits 2022 eine Kooperation im Bereich der Entwicklung und des Vertriebs des jeweiligen Produktportfolios geschlossen. Signaturreduzierer – im Volksmund auch Schalldämpfer genannt – dienen dazu, sowohl den Schussknall als auch den Mündungsblitz beim Waffeneinsatz zu dämpfen. Dies soll Gehörschäden bei den Nutzern verringern, die Kommunikation im Feuergefecht erleichtern und die Detektierbarkeit des Schützen durch den Feind erschweren. Ein funktionssicherer Einsatz der Waffe erfordert eine genaue Abstimmung der einzelnen Komponenten aufeinander, damit Störungen vermieden und auch anspruchsvolle Präzisionsanforderungen erreicht werden können.
Entgegen dem Standard-HK437 verfügt das G39 zudem über einen Handschutz mit M-LOK-Schnittstellen, den aus dem G95K (HK416) bekannten Pistolengriff und die gleiche einschiebare Schulterstütze, jedoch ergänzt um eine einklappbare Funktion.
Weitere von außen sichtbare Elemente des gezeigten G39 sind ein um 45 Grad zur Visierlinie versetztes Notvisier sowie eine Montage des US-Herstellers UNITY Tactical. Auf dem Symposium wurde das G39 mit einem Rotpunktvisier CompM5b von Aimpoint ausgestellt, dem Vernehmen nach werden die Waffen in der Bundeswehr jedoch mit unterschiedlichen Visieroptionen zum Einsatz kommen.
Waldemar Geiger













