Schwerer Waffenträger Infanterie – erste Systeme kommen in Kürze in die Truppe

Waldemar Geiger

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Mit dem Vorhaben „Schwerer Waffenträger Infanterie“ will die Bundeswehr die Durchsetzungsfähigkeit der Jägerverbände erhöhen und die in die Jahre gekommene Flotte der Waffenträger Wiesel ersetzen. Die ursprüngliche Planung sah es vor, dass die ersten Waffensysteme 2025 der Truppe zulaufen sollten. Dies ist jedoch noch nicht erfolgt, so dass sich das ganze Vorhaben verzögert. Der Zulauf der ersten Fahrzeuge für die Truppe, die der Aufnahme der Ausbildung an dem Waffensystem dienen sollen, soll jedoch gut unterrichteten Kreisen zufolge in wenigen Wochen beginnen.

Ursächlich für das Auftreten von Verzögerungen ist offenbar die spätere Aufnahme der sogenannten Integrierten Nachweisführung, einem Prozess, mit dem die Bundeswehr sicherstellt, dass die geforderten und vertraglich vereinbarten Leistungskriterien erfüllt werden. Dabei ist neben den Wehrtechnischen Dienststellen des Bundeswehr-Beschaffungsamtes BAAINBw auch die Truppe involviert.

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„Aufgrund industrieseitiger Verzögerungen konnte mit der Nachweisführung erst letztes Jahr begonnen werden“, erklärte ein Sprecher des BAAINBw auf Nachfrage von hartpunkt. Wie es aus gut unterrichteten Kreisen heißt, wurde das erste „richtige“ Nachweismuster erst im Sommer 2025 an die Bundeswehr übergeben, so dass die Erprobung erst ab diesem Zeitpunkt beginnen konnte. Bei der im Mai 2024 gemeldeten Übergabe eines ersten Nachweismusters des Schweren Waffenträgers Infanterie, hartpunkt berichtete, soll es sich Kreisen zufolge um ein Fahrzeug gehandelt haben, mit dem nur einige Tests durchgeführt werden konnten, jedoch nicht die von der Bundeswehr angestrebte Integrierte Nachweisführung. Den Kreisen zufolge wird erwartet, dass die geplante Erprobung nun im Laufe des Jahres abgeschlossen werden kann.

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Der Hersteller Rheinmetall erklärte auf Nachfrage, dass sich die Nachweisführung in zwei Phasen gliedert, von denen die erste mit dem HWC 001 (HWC: Heavy Weapon Carrier) bereits erfolgreich absolviert wurde. „Die zweite Phase ist zum Jahresbeginn 2026 gestartet und wir befinden uns derzeit – wie geplant- mit dem HWC 003 in der EMV– Prüfung in Greding. Das Training des Kunden ab Juli diesen Jahres ist seit letztem Jahr aufgeplant und wird durch uns mit genügend Fahrzeugen sichergestellt. Es werden Serienfahrzeuge ausgeliefert, keine Vorserienfahrzeuge“, so ein Sprecher von Rheinmetall gegenüber hartpunkt.

Schwerer Waffenträger Infanterie

Der Schwere Waffenträger entspricht im Wesentlichen dem Combat Reconnaissance Vehicle (CRV) Block II auf Boxer-Fahrgestell mit 30mm-Maschinenkanone, wie es die australischen Streitkräfte im Rahmen ihres Rüstungsprogramms „Land 400, Phase 2“ einführen. Gleichwohl gibt es in einigen Aspekten Änderungen, die einerseits dem unterschiedlichen Nutzer (beispielsweise Führungsausstattung) oder dem unterschiedlichen Einsatzzweck (beispielsweise Beladeplan) geschuldet sind.

Die Bewaffnung des Schweren Waffenträgers besteht aus der Maschinenkanone MK30-2 im Kaliber 30 x 173 mm, wie sie auch im Schützenpanzer Puma eingebaut ist, sowie einem Turm-Maschinengewehr im Kaliber 7,62 x 51 mm. Darüber soll der Waffenträger einen integrierten Launcher für Panzerabwehrlenkflugkörper des Typs MELLS erhalten.

Nachdem die beiden Bundestagsausschüsse für Verteidigung und Haushalt einen Tag vorher den Weg für die Beschaffung von 123 sogenannten Schweren Waffenträgern Infanterie im Wert von 1,9 Milliarden Euro freigemacht haben, wurde am 21. März im Rahmen einer digitalen Unterzeichnungszeremonie ein entsprechender Government-to-Government-Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der australischen Regierung geschlossen.

Darüber hinaus wurde ein „Integrated Logistic Support“-Vertrag in Höhe von fast 750 Millionen Euro mit Rheinmetall geschlossen, um die Einsatzfähigkeit der neuen Radpanzer-Flotte nach der Lieferung sicherzustellen. Dafür muss Rheinmetall in einem Zeitraum von fünf Jahren nach Zulauf des ersten Musters eine Verfügbarkeitsgarantie geben und für die dann anfallenden Instandsetzungen und benötigten Ersatzteile die Kosten tragen. Auch die Ausbildungsmittel, dazu zählen etwa Simulatoren, sowie die Dokumentation sind offenbar in dem Paket enthalten, ebenso die Ausbildung der Nutzer. Insider gehen davon aus, dass eine Verfügbarkeit von 70 Prozent erwartet wird.

Waldemar Geiger