Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat in seiner heutigen Sitzung die 25-Mio-Vorlage für den Abruf von fast 200.000 weiteren Hauptkampfvisieren für die Sturmgewehrvarianten G95A1 und G95KA1 aus einem bestehenden Rahmenvertrag mit der Leonardo Germany GmbH gebilligt. Gut informierten Kreisen zufolge wurden für den Abruf der im Rahmenvertrag enthaltenen Option rund 575 Millionen Euro freigegeben. Der Zulauf der Hauptkampfvisiere soll in den Jahren 2027 bis 2032 erfolgen.
Leonardo ist nicht der Hersteller des Hauptkampfvisiers, sondern fungiert für das Angebot nur als Hauptauftragnehmer. Bei dem Hauptkampfvisier handelt es sich um die Optik ELCAN Specter DR 1-4x des kanadischen Herstellers Raytheon-Elcan und dem Rotpunktvisier ACRO P-2 des schwedischen Herstellers Aimpoint.
Wie hartpunkt berichtete, hat der Haushaltsausschuss vor der Befassung der heute gebilligten 25-Mio-Vorlage eine Marktsichtung von Optiken für das neue Sturmgewehr der Bundeswehr vorgeschrieben, bei der Alternativen geprüft werden sollten. Zuvor hatte es Kritik an der Beschaffung gegeben, unter anderem weil der 2021 als Siegerin aus dem Wettbewerb gegangene Optik im Rahmen der späteren Bundeswehrerprobung Mängel attestiert wurden, die offenbar nur durch Integration eines zweiten Visiers – dem ACRO P-2 – gelöst werden konnten. Dies führte in Kombination mit der allgemeinen Inflation zu einer Steigerung des Preises um mehr als das Zweifache.
Wie hartpunkt vor wenigen Wochen exklusiv berichtete, wurde die Marktsichtung mit dem Ergebnis abgeschlossen, dass an der geplanten Beschaffung zusätzlicher Hauptkampfvisiere des Typs ELCAN Specter DR 1-4x in Kombination mit dem Aimpoint ACRO P-2 festgehalten werden soll. Der Grund: Dem Vernehmen nach, wurde keine der getesteten und für den Einsatz als Querschnitts-Hauptkampfvisier als geeignet beurteilten Lösung besser getestet als die ELCAN-Lösung.
Gut unterrichteten Kreise zufolge wurde das Heer als Hauptnutzer jedoch nicht an der taktischen Bewertung der im Rahmen der Marktsichtung betrachteten Optiken beteiligt. Dem Vernehmen nach wurde die taktische Bewertung ausschließlich durch Feldjägerkräfte „an einem sonnigen Mittwoch“ auf einer Schießbahn durchgeführt.
Waldemar Geiger

















