Nach erfolgter Marktsichtung: Bundeswehr hält an der Beschaffung von ELCAN-Optiken fest

Waldemar Geiger

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Die Bundeswehr hat die vom Haushaltsausschuss per Maßgabebeschluss angeordnete Marktsichtung von Optiken für das neue Sturmgewehr mit dem Ergebnis abgeschlossen, dass an der geplanten Beschaffung zusätzlicher Hauptkampfvisiere des Typs ELCAN Specter DR 1-4x in Kombination mit dem Aimpoint ACRO P2 festgehalten wird. Wie gut unterrichtete Kreise gegenüber hartpunkt berichten, wird derzeit eine 25-Mio-Vorlage vorbereitet, die noch im Juni dem Parlament vorgelegt werden soll. Absicht ist offenbar, weitere 200.000 Hauptkampfvisiere im Wert von rund 575 Millionen Euro aus einem im Dezember 2025 geschlossenen Rahmenvertrag abzurufen.

Wie hartpunkt berichtete, hat der Haushaltsausschuss des Bundestages dem Abschluss der Rahmenvereinbarung und dem Abruf von 50.000 der 250.000 möglichen Hauptkampfvisiere nur unter Auflagen zugestimmt. Eine Auflage davon war es, eine „strukturierte Marktsichtung“ durchzuführen und das Ergebnis dem Haushaltsausschuss vorzulegen. Zuvor hatte es Kritik an der Beschaffung gegeben, unter anderem weil der 2021 als Siegerin aus dem Wettbewerb gegangene Optik im Rahmen der späteren Bundeswehrerprobung Mängel attestiert wurden, die offenbar nur durch Integration eines zweiten Visiers – dem ACRO P2 von Aimpoint – gelöst werden konnten. Dies führte in Kombination mit der allgemeinen Inflation zu einer Steigerung des Preises um mehr als das Zweifache.

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Wie gut unterrichtete Kreise gegenüber hartpunkt erklären, hat das Bundeswehr-Beschaffungsamt BAAINBw in den vergangenen Monaten eine Marktsichtung durchgeführt, bei der neben dem ausgewählten Hauptkampfvisier – ELCAN und Aimpoint – noch neun andere marktverfügbare Produkte betrachtet wurden. Keine der getesteten und für den Einsatz als Querschnitts-Hauptkampfvisier als geeignet beurteilten Lösungen wurde demnach besser getestet als die ELCAN-Lösung. Zumindest ein Teil der ursprünglichen Testtruppe soll auch an dem neuen Test beteiligt gewesen sein. Visierkombinationen – wie sie bei den Spezialkräften der Bundeswehr sowie den spezialisierten Kräften der Bundeswehr eingeführt sind – sollen im Test zwar besser abgeschnitten haben, wurden aber unter anderem aus Gründen eines höheren Ausbildungsaufwandes für die Nutzung der Rotpunkt-Booster-Kombination nicht weiter betrachtet, wie es heißt. Preislich – wenn es auch nur unverbindliche Preisangaben waren – lagen alle in der Marktsichtung betrachteten Optik-Lösungen, bis auf ein einziges Produkt, offenbar unterhalb des aktuellen Hauptkampfvisiers, teilweise um mehr als die Hälfte.

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Der Grund für das Festhalten an der Beschaffung des aktuellen Hauptkampfvisiers soll dem Vernehmen nach in der Dringlichkeit liegen. Da keine als geeignet getestete und bewertete Alternativoptik besser bewertet wurde als das aktuelle Hauptkampfvisier, erfüllt das Visier nach Ansicht der Bundeswehr die gestellten Anforderungen und kann daher aus dem bestehenden Rahmenvertrag abgerufen werden und bereits in den Folgejahren zulaufen.

Die Beschaffung einer Alternativoptik, selbst wenn diese am Ende günstiger sein sollte, würde wohl einen neuen Wettbewerb erfordern, der sich mit anschließenden Tests über Jahre hinziehen könnte. In der Zwischenzeit beschaffte und zulaufende Sturmgewehre müssten dann ohne Optik an die Truppe ausgegeben werden.

Waldemar Geiger