Britische Streitkräfte suchen nach Lösungen zur Abwehr von glasfasergelenkten Drohnen

Kristóf Nagy

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Im Rahmen einer am 27. März 2026 gestarteten Marktsichtung werden von der dem britischen Verteidigungsministerium zugeordneten Innovationsorganisation UK Defence Innovation (UKDI) gezielt technologische Ansätze zur Detektion und Bekämpfung von drahtgelenkten Drohnen gesucht. Hintergrund ist die Beobachtung aktueller Konflikte, in denen sich unbemannte Flugsysteme (UAS) mit Glasfasersteuerung rasch verbreiten und die konventionelle elektronische Kampfführung unterlaufen. 

Der zentrale militärische Mehrwert glasfasergelenkter Drohnen liegt in ihrer Unabhängigkeit von Funkverbindungen. Während klassische Drohnen durch Störsender oder Cybermaßnahmen beeinträchtigt werden können, sofern sie nicht vollständig autonom agieren, entfällt diese Verwundbarkeit bei kabelgebundenen Systemen. Zudem wird die Aufklärung erschwert, da solche Drohnen keine Funksignale aussenden. Das britische Verteidigungsministerium sieht diese Systeme gar als immun gegenüber konventionellen Gegenmaßnahmen, was eine qualitativ neue Herausforderung darstelle. Die Entwicklung ist insbesondere aus dem Ukraine-Krieg bekannt, wo entsprechende „First Person View (FPV)“-Drohnen verstärkt eingesetzt werden. Auch die NATO bewertet diese Technologie als eine der aktuell dringlichsten Bedrohungen im Drohnenbereich. 

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Vor diesem Hintergrund richtet sich die britische Ausschreibung ausdrücklich nicht nur an Anbieter kinetischer Lösungen, sondern auf ein breites Fähigkeitsspektrum. Gesucht werden Systeme zur Detektion und Identifikation glasfasergelenkter UAS sowie zur Verfolgung und Zielzuweisung. Im Anschluss soll eine Bekämpfung durch potenziell sowohl kinetische als auch nicht-kinetische Mittel möglich sein. Dabei legt das UKDI Wert auf Lösungen, die sich in bestehende Systeme integrieren lassen und sowohl für stationäre als auch für mobile, frontnahe Kräfte geeignet sind. 

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Auffällig ist zudem die offene Fragestellung der Marktsichtung. Die Industrie soll nicht nur konkrete Technologien einreichen, sondern auch die grundsätzliche Machbarkeit, Wirtschaftlichkeit und militärische Zweckmäßigkeit bereits vorbewerten. Dabei erfolgt die Marktsichtung unter relativ großem Zeitdruck. Interessierte Unternehmen haben bis zum 21. April 2026 Zeit, ihre Vorschläge einzureichen. Die kurz gesetzte Frist spiegelt die immer kürzer werdenden Innovationszyklen bei modernen Rüstungsentwicklungen wider, wie sie in der 2024 veröffentlichten britische Drohnenstrategie dargelegt wurde.

Kristóf Nagy