Bei der Bundeswehr läuft gegenwärtig der sogenannte Systemnachweis für das Projekt „Digitalisierung Landbasiserter Operationen“ (D-LBO). Wie es auf der Seite Bundeswehr weiter heißt, dient der Systemtest der Überprüfung des Gesamtsystems D-LBO im aktuellen Projektfortschritt. Dazu werde untersucht, wie die Einzelkomponenten im aktuellen Softwarestand zusammenarbeiten. Im nächsten Jahr, wenn der nächste Softwarestand und eine erweiterte, breite Einrüstung der Führungsfunkgeräte über die Serienintegration erfolgt sei, sollen den Angaben zufolge weitere Tests folgen.
Es sei das Ziel der Bundeswehr, die sogenannte Divsion 25 bis zum Jahr 2027 zu digitalisieren, sagte der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Christian Freuding, heute vor Journalisten in Munster. Das bedeutet die Ausstattung von rund 10.000 Fahrzeugen mit neuer Digitaltechnik. Nach Aussage von Freuding gibt es keine Alternative zur Digitalisierung, denn sie sei „kriegsentscheidend“.
Fahren, Funken und Schießen mit funktionierendem Sprach- und mit funktionierender Datenanbindung, seien die Anforderungen des Heeres an D-LBO, betonte der General. Seinen Worten zufolge wurden große Fortschritte erzielt, insbesondere im Bereich der Sprache. „Bei Digital [gemeint ist Datenfunk, Anmerkung der Redaktion] sind wir noch nicht so weit, wie wir sein wollen und müssen“, räumte er ein.
Wie er ausführte, wird gerade mit der Industrie abgestimmt, welche Möglichkeiten existieren, bei der Umrüstung der Fahrzeuge auf die Digitaltechnik, die Reihenfolge zu tauschen, so dass Fahrzeuge vorgezogen werden, die bereits musterintegriert werden, um Volumen zu generieren.
Um Geschwindigkeit in den Gesamtprozess zu bringen und gleichzeitig die Einsatzaufträge zu erfüllen, will der General teilweise auf andere Kräfte zurückgreifen als ursprünglich vorgesehen. „Die Brigade Forward Land Forces wird eine analoge Brigade bis auf Weiteres zunächst sein“, kündigte er an. Und wenn die Bundeswehr die Kräfte der Panzergrenadierbrigade 37 jetzt in die digitale Welt bringe, dann müsste der Umfang der Kräfte, durch analoge Kräfte aus anderen Bereichen ersetzt werden.
Da nicht alle Fahrzeuge am selben Tag umgerüstet werden können, wird nach Aussage von Freuding weiterhin ein Mischbetrieb von analoger und digitaler Funktechnik erforderlich sein, die beide miteinander kommunizieren können.
Aufgrund der unterschiedlich schnell verlaufenden Musterintegration werde man Verbände nicht geschlossen umrüsten können, so Freuding. Auch deshalb werde man auch innerhalb der Verbände diesen Mischbetrieb über einen gewissen Zeitraum benötigen. Ein weiterer Grund besteht laut Freuding darin, dass sich bei alten Fahrzeugen der Umrüstung aus Kosten-Nutzen-Gründen nicht lohnt oder es physische Begrenzungen gibt. „Sie können nicht in jedes Fahrzeug aus den 90er digitale Technik aus den 2020ern einbauen.“
Wie Generalleutnat Michael Vetter, Abteilungsleiter Innovation und Cyber, bei dem Pressetermin in Munster ausführte, hatte das D-LBO-Funkgerät bei den Tests im Mai dieses Jahres noch nicht die heutige verbesserte Software erhalten. Mit der neuen Software seien auch einige Probleme beseitig worden. „Das Funkgerät war gerade in einem sogenannten Nutzerakzeptanz-Test bei der der Wehrtechnischen Dienststelle 81 und hat mit Bravour bestanden“, betonte Vetter. Bediener seien begeistert von der Reichweite und der Power des Funkgeräts. Die hauptsächliche Herausforderung besteht seinen Worten darin, jetzt die verschiedenen Softwaresysteme so zusammenzuführen, dass am Ende des Tages die immer begrenzte Bandbreite eines VHF/UHF-Funkgerätes optimal genutzt werden könne, um parallel Sprache und Daten übertragen zu können.
Lars Hoffmann













