U.S. Army führt neue Karabiner-Variante des M7-Sturmgewehrs ein und sucht passende Optiken

Kristóf Nagy

Anzeige

Die U.S. Army treibt die Weiterentwicklung ihrer Handwaffen im Rahmen des Next Generation Squad Weapon (NGSW)-Programms voran. Jüngsten Berichten aus dem Umfeld von Industrievertretern und Angehörigen der US-Streitkräfte zufolge wurde nun eine verkürzte Karabiner-Variante des Sturmgewehrs M7 offiziell mit der Bezeichnung XM8 für die Einführung vorgesehen. Fast zeitgleich beginnt das US-Heer mit der Suche nach einer marktverfügbaren Optik für kurze Distanzen.

Wie aus übereinstimmenden Medienberichten hervorgeht, basiert der künftige Karabiner auf dem bereits eingeführten M7, dem designierten Nachfolgemodell des M4/M4A1-Karabiners. Das M7 ist Teil des NGSW-Programms, von SIG-Sauer produziert und im Kaliber 6,8 x 51 mm gefertigt, das gegenüber der bisherigen 5,56-mm-Munition eine höhere Durchschlagsleistung und größere Reichweite bieten soll. Die jetzt als XM8 bezeichnete Variante stellt eine kompaktere Ausführung des M7 dar. Bereits zuvor war bekannt geworden, dass entsprechende Konfigurationen mit verkürzten Läufen von Hersteller entwickelt und seitens des US-Heeres erprobt werden. Diese sollen insbesondere den Anforderungen von infanteristischen Kräften bei Einsätzen in urbanem Gelände oder bei teilweise aufgesessenen Kräften Rechnung tragen.

Anzeige

Hintergrund ist unter anderem die wiederholt, und teilweise medienwirksam geäußerte Kritik aus der Truppe an Gewicht und Handhabung des M7 in seiner ursprünglichen Konfiguration. Anpassungen im Rahmen eines „Product Improvement Effort“ (PIE) führten daher zu leichteren und kompakteren Varianten, einschließlich eines Karabiners mit rund zehn Zoll Rohrlänge.

Anzeige

Fast zeitgleich mit dem Bekanntwerden der XM8 Variante eröffnete die Army eine Marktsichtung für sogenannte „Commercial Off-The-Shelf“ (COTS)-Lösungen im Bereich Zieloptiken, Laserzielgeräte und Montagehardware. Hintergrund ist der Bedarf innerhalb der Close Combat Force, insbesondere im Kontext moderner Handwaffensysteme wie dem NGSW-Programm. 

Im Fokus stehen bereits serienreife Produkte mit hohem Technologiereifegrad (TRL 9), die sich unmittelbar in bestehende Systeme integrieren lassen. Hersteller sind aufgefordert, entsprechende Lösungen und technische Daten einzureichen.

Auch bei den Laserzielgeräten formuliert die U.S. Army klare Anforderungen. Gefordert werden Systeme, die sowohl sichtbare als auch infrarote Zielmarkierer sowie IR-Illuminatoren integrieren. Diese müssen mit eingeführten Nachtsichtgeräten kompatibel sein und eine Einsatzreichweite von bis zu 600 Metern abbilden können. Neben augensicheren Betriebsmodi sollen auch leistungsstärkere Einstellungen (bis Laserklasse 3B) für größere Entfernungen verfügbar sein. Optionale Zusatzfunktionen wie integrierte Entfernungsmesser oder Fernbedienungen sind möglich, jedoch nicht zwingend erforderlich. 

Sowohl Optiken als auch Laser müssen, laut dem Forderungskatalog mit gängigen Montageschnittstellen kompatibel sein. Hierzu zählen insbesondere die Picatinny-Schiene (MIL-STD-1913) sowie M-LOK-Systeme. Auch die Montage selbst ist Bestandteil des Informationsgesuchs.

Bei der Veröffentlichung handelt es sich zunächst um eine sogenannte „Sources Sought“-Anfrage, also eine Marktsichtung ohne direkte Beschaffungszusage. Ziel ist es, verfügbare Lösungen zu identifizieren und die industrielle Verfügbarkeit zu sondieren. Die Ergebnisse dürften in zukünftige Beschaffungsprogramme einfließen und geben zugleich einen Hinweis auf die wachsende Bedeutung einer kompakten Variante des M7.

Das M7 wurde 2025 offiziell eingeführt und ist zentraler Bestandteil der Modernisierung der infanteristischen Bewaffnung der U.S. Army. Ziel des Programms ist es, sowohl den M4-Karabiner als auch das leichte Maschinengewehr M249 durch leistungsfähigere Systeme zu ersetzen. Die Einführung des XM8 Karabiners kann als fortlaufende Anpassung des NGSW-Systems an operative Anforderungen gesehen werden. Es stellt sich aber auch die Frage, inwieweit das M7 als Standardgewehr für infanteristische Kräfte noch eine Zukunft hat, oder ob eine kompaktere Variante, wie die XM8 langfristig eine breite Einführung erfährt.

Kristóf Nagy