Schwerer Waffenträger Infanterie – erste australische Boxer kommen Mitte des Jahres nach Deutschland

Lars Hoffmann

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Die Bundeswehr wird nach Aussage von Verteidigungsminister Pistorius noch im März erste in Deutschland gefertigte „Schwere Waffenträger Infanterie“ erhalten, Mitte des laufenden Jahres wird dann das erste in Australien gefertigte Fahrzeug ausgeliefert. Wie er bei seinem gestrigen Besuch am Standort des Unternehmens in Brisbane weiter ausführte, sollen mehr als 100 der insgesamt 123 bestellten Fahrzeuge aufgrund von fehlenden Kapazitäten in Deutschland in Australien hergestellt werden. Die ersten in Deutschland produzierten Systeme sollen seinen Worten zufolge noch im März geliefert werden, damit die Truppe im Juli mit der Ausbildung beginnen könne. hartpunkt berichtete bereits Anfang Februar, dass der Ausbildungsbeginn für Juli 2026 vorgesehen ist.

Gemeinsam mit Pat Conroy, australischer Minister für Verteidigungsindustrie, besuchte Pistorius das Werk des deutschen Rüstungsunternehmens und nahm dabei die Produktion der von Deutschland bestellten Fahrzeuge in Augenschein. Conroy geht davon, dass die Lieferung der für Deutschland bestimmten Boxer binnen zwei Jahren abgeschlossen werden kann.

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„Bei dieser Boxer-Produktion geht es um mehr als die reine Produktion. Es geht auch um Technologietransfer, Industriestärkung und Erfahrungsaustausch“, sagte Pistorius. Beim Boxer liefere Deutschland das Know-how und bekomme dafür schnell die Fahrzeuge für die Truppe.

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Beim Besuch des Ministers wurde eine weitere Zusammenarbeit im Rüstungsbereich beschlossen. Hierbei geht es um die Option der Entwicklung, Produktion und Wartung von Gefechtsköpfen, die größtenteils für die Marine gedacht sind. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde laut Mitteilung des BMVg zwischen einem deutschen Rüstungsunternehmen und dem australischen Verteidigungsministerium gezeichnet. Nach Aussage von Conroy handelt es sich dabei um das Unternehmen TDW, eine Tochter von MBDA Deutschland. TDW liefert Gefechtsköpfe unter anderem für die Naval Strike Missile (NSM) von Kongsberg. Das norwegische Unternehmen wird sowohl die NSM als auch die Joint Strike Missile, die auf der NSM basiert, in Australien fertigen und baut dazu Produktionslinien auf.

Auf einem der wichtigsten Luftwaffenstützpunkte Australiens erhielt Pistorius laut BMVg-Mitteilung Informationen aus erster Hand zur Drohne „Ghostbat“. Sie wird vom Bundeswehr-Beschaffungsamt BAAINBw zu der neuen Klasse der Jagdbomberdrohnen gezählt. Deutschland plant, Jagdbomberdrohnen für das Bekämpfen von Zielen am Boden zu beschaffen und so die Fähigkeiten der Luftwaffe zu ergänzen. 

Bevor eine Entscheidung für ein Modell getroffen werde, gehe es um Marktsichtung und Tests der verschiedenen Modelle von verschiedenen Herstellern, um das beste Modell für die Bundeswehr zu finden, sagte Pistorius. Eine Option ist hierbei die „Ghostbat“ von Boeing, die im Auftrag der australischen Luftwaffe entwickelt wird. 

Die Zusammenarbeit mit vertrauten und gleichgesinnten Partnern sei wichtig für die Verteidigung und den Erhalt der regelbasierten Ordnung weltweit, betonte der deutsche Verteidigungsminister.

Lars Hoffmann