Der US-Rüstungskonzern Lockheed Martin als Hersteller des Führungs- und Waffeneinsatzsystems Aegis für den maritimen Einsatz geht vn klaren Vorteilen einer schiffsgestützten Ballistic Missile Defence (BMD) gegenüber stationären landgestützten Lösungen aus. Ein Schiff mit den entsprechenden Fähigkeiten sei flexibler und mobiler als eine entsprechende Stellung an Land, sagte Emma Stawnychy, Senior Manager bei Lockheed Martin am Standort Moorestown, heute bei einer Präsentation auf dem 28. DWT-Marineworkshop in Linstow.
Ihre Aussage zufolge sind nach Angaben des US Central Command beim Krieg im Mittleren Osten in den vergangenen sechs Monaten stationäre Luftverteidigungsstellungen umfassend das Ziel von Angriffen geworden. Ein zur BMD befähigtes Schiff mit einem bewährten SPY-1-Radar und einem exoatmosphärisch wirkenden Flugkörper der Typs SM-3 könne eine Kreisfläche mit dem Radius von 500 Kilometern gegen Raketenbedrohungen schützen, so die Managerin. Womöglich könnte sich diese Abdeckung bei Nutzung der im Zulauf befindlichen Radare der Typen SPY-6 und SPY-7 noch erhöhen, wie Beobachter vermuten. Damit würde eine zukünftige Fregatte der Klasse 127 mit entsprechender Ausrüstung, die in der Nordsee operiert, einen großen Teil des deutschen Staatsgebietes mit ihren Waffensystemen abdecken.
Nach Aussage der Lockheed-Martin-Managerin hat ihr Unternehmen in den vergangenen Jahren daran gearbeitet, den Formfaktor von Aegis-Komponenten so zu modifizieren, dass diese auch auf kleineren Schiffen eingesetzt werden können. So werde das System zur Raketenabwehr auf spanischen Fregatten der Klasse 110, die eine Verdrängung von rund 6.000 aufweisen, in Zukunft genauso eingesetzt wie auf japanischen Schiffen mit einer Verdrängung von etwa 12.000 Tonnen. Die neuen spanischen Schiffe werden überdies mit dem Radar SPY-7 von Lockheed Martin ausgestattet. Damit könne die SM-3-Rakete zu 100 Prozent geführt werden. Die Schiffe seien grundsätzlich dazu befähigt, den Flugkörper aufzunehmen und zu verschießen. Gegenwärtig plant die spanische Regierung jedoch nicht die Beschaffung der Rakete.
Auch die zukünftige F127 der Deutschen Marine soll nach bisheriger Planung für den Verschuss der SM-3 befähigt werden, allerdings ist die Nutzung des Radars Spy-6 von Raytheon für das Schiff vorgesehen.
Lars Hoffmann


















