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Pandur Evolution – Bundesheer soll 6×6-Radpanzer in unterschiedlichen Varianten erhalten

Waldemar Geiger

Die im „Aufbauplan Österreichisches Bundesheer 2032+“ angekündigte Beschaffung zusätzlicher 6×6-Radpanzer vom Typ Pandur Evolution soll offenbar in wenigen Tagen offiziell bekanntgegeben werden. Österreichischen Medienberichten zufolge soll am kommenden Montag eine Beschaffung zusätzlicher Pandur Evolution vorgestellt werden, was sich mit den Informationen von hartpunkt deckt. Die Streitkräfte der Alpenrepublik haben über drei Lose hinweg 100 der im österreichischen Werk von General Dynamics European Land Systems (GDELS) hergestellten Pandur Evolution in der Variante Mannschaftstransportpanzer geordert, von denen rund zwei Drittel bereits ausgeliefert sind und der Rest bis 2025 folgen soll.

Das Bundesheer beziffert in dem Aufbauplan einen weiteren Bedarf von über 200 Fahrzeugen in unterschiedlichen Varianten. Gemäß dem Aufbauplan ÖBH 2032+ sollen insgesamt drei Infanteriebataillone mit dem Mannschaftstransportpanzer Pandur Evolution ausgestattet werden. Derzeit verfügt nur eines der drei Jägerbataillone der Jägerbrigade 3 über eine Vollausstattung mit der Transportvariante des Pandur Evolution. Zudem sollen Unterstützungsverbände mit dem 2019 entwickelten Fahrzeug ausgestattet werden. Der Aufbauplan spricht davon, dass Verbände der Sanitätstruppe, der Kommunikationstruppe und der Pioniertruppe ebenfalls Bedarf an der Mannschaftstransportvariante haben.

Neben zusätzlichen Mannschaftstransportwagen werden auch Führungsfahrzeuge, Sanitätsfahrzeuge und Waffenträger offiziell benannt. Gut informierten Kreisen zufolge besteht auch Bedarf für Mörserträger und Flugabwehrkanonenpanzer. Bei letzterem könnte es sich um einen Pandur Evolution mit einem Skyranger-30-mm-Turm handeln, da Österreich offiziell der European Sky Shield Initiative beigetreten ist.

Der Zulauf der neuen Fahrzeuge ist für den Zeitraum 2025 bis 2032 angegeben. „Das Projektvolumen (inklusive Ausbildung, Logistikpaket usw.) beträgt ca. 1,8 Milliarden Euro“, heißt es in dem Landesverteidigungsbericht 2023.

Der Pandur Evolution ist eine kampfwertgesteigerte Version des „Ur-Pandur“, welche von GDELS 2019 vorgestellt wurde. Das Fahrzeug ist im Vergleich zu anderen 6×6-Radpanzern besonders stark motorisiert, was sowohl der Mobilität als auch der Aufwuchsfähigkeit dienlich ist. Die Mannschaftstransportvariante bietet Platz für Fahrer, Richtschützen und Kommandanten sowie bis zu acht voll ausgerüstete Infanteristen. Die Panzerung des Fahrzeuges bietet der Besatzung Schutz vor Splittern, vor Beschuss durch Infanteriewaffen sowie vor Minen. Inklusive der Zusatzpanzerung von Rheinmetall Protection Systems verfügt der Pandur Evolution über die Schutzklasse gemäß STANAG 4569 Level 3 ballistisch. Eine Explosionsunterdrückungsanlage, ein entkoppelter Fußboden – als Teil des Minenschutzes – sowie eine ABC-Schutzbelüftung komplettieren den Fahrzeugschutz.

Das Fahrzeug wiegt etwa 18,6 Tonnen, wovon bis zu 4,5 Tonnen für die Nutzlast zur Verfügung stehen. Der Antrieb erfolgt über einen 8,9 Liter Cummins ISLe 450 6-Zylinder-Dieselmotor mit 335 kW Leistung samt einem 6-Gang-Getriebeautomaten von ZF. Die Höchstgeschwindigkeit wird vom Hersteller mit 82 km/h im Gelände bzw. 118 km/h auf der Straße angegeben. Einzelradaufhängung samt des sogenannten Automatic Drivetrain Management mit 100 Prozent Sperrwirkungsgrad in Verbindung mit dem Leistungsgewicht (17,6 kW/t) sorgen für hohe Agilität im Gelände und auf der Straße.

Waldemar Geiger

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