Die Gefechtshelm-Ausschreibung der Bundeswehr, die sich zwischenzeitlich zu der größten Helmausschreibung der jüngeren Militärgeschichte auf dem europäischen Kontinent entwickelt hat, neigt sich dem Ende. Wie gut unterrichtete Kreise gegenüber hartpunkt berichten, läuft es dabei auf einen Zweikampf zwischen Hexonia und Rheinmetall hinaus, nachdem ursprünglich mehr als ein Dutzend Anbieter im Rennen für die Lieferung von bis zu 1,4 Millionen Helmen waren.
Dem Vernehmen nach wurden vor wenigen Wochen sowohl Hexonia als auch Rheinmetall als einzige beiden Anbieter von der Bw Bekleidungsmanagement GmbH aufgefordert, ein zweites sogenanntes Best and Final Offer (BAFO) abzugeben. Die Bw Bekleidungsmanagement GmbH, ist eine 100prozentige Inhouse-Gesellschaft der Bundeswehr, die im Auftrag der Bundeswehr-Beschaffungsbehörde BAAINBw für die Beschaffung von Bekleidung und persönlicher Ausrüstung zuständig ist. Die Abgabe der beiden BAFOs soll vor wenigen Tagen erfolgt sein. Beobachter gehen daher davon aus, dass die Zuschlagsentscheidung spätestens Ende Juni erfolgen wird.
Eine parlamentarische Befassung des Beschaffungsvorhabens wird es nicht mehr geben müssen, der Bundestag hat die für die Beschaffung notwendigen Haushaltsmittel bereits im Dezember 2025 freigegeben, hartpunkt berichtete. Diese waren Bestandteil der 21 Milliarden Euro 21 für die Realisierung des Projektes FASER – die Abkürzung steht für „Feld Ausstattung Soldat Erweiterte Reserve“ – im Zeitraum 2026 bis 2034. FASER sieht neben der querschnittlichen Umkleidung der Bundeswehr auf den Multitarndruck auch die Ausstattung von bis zu 460.000 Soldatinnen und Soldaten mit unterschiedlichen Bekleidungssätzen sowie persönlicher Schutzausstattung vor. Hinzu kommt ein sogenannter Tausch- und Verpassungsvorrat sowie die Ausstattung von 80.000 Zivilbeschäftigten der Bundeswehr mit der gleichen persönlichen Schutzausrüstung – Gefechtshelm und Schutzweste – wie sie die Truppe erhält.
Gut informierten Kreisen zufolge bieten sowohl Rheinmetall als auch Hexonia Gefechtshelme aus dem modernsten, besonders leichtem Polyethylen an. Bei beiden Helmen soll es sich um Neu- bzw. Weiterentwicklungen der bisherigen Helmtypen handeln.
Beobachter gehen davon aus, dass die Extra-Runde mit einem zweiten BAFO als notwendig erachtet wurde, weil die minimalen und maximalen Abrufmengen aus der Rahmenvereinbarung sich in den letzten Monaten signifikant geändert haben. Wurde zu Beginn des Teilnahmewettbewerbs im Herbst 2024 noch 63.000 Gefechtshelme als Mindestabrufmenge angegeben, hat sich die Menge mittlerweile auf etwa 700.000 Helme erhöht. 120.000 davon sollen noch dieses Jahr ausgeliefert werden. Der Rest in wenigen Folgejahren. Die maximale Abrufmenge wurde ebenfalls von ehemals 249.080 auf nunmehr rund 1,4 Millionen Gefechtshelme erhöht.
Dem Vernehmen nach haben über die Dauer des Beschaffungsvorhabens etwas mehr als ein Dutzend Unternehmen Interesse an dem Vorhaben bekundet. Etwas mehr als eine Hand voll hat tatsächlich Angebote eingereicht, von denen jedoch nur fünf Anbieter für die Truppenerprobung im Frühjahr 2026 zugelassen wurden, bei der der Hexonia-Helm gut informierten Kreisen zufolge den ersten Platz belegt hat, der Rheinmetall-Helm den zweiten.
Waldemar Geiger


















