Der israelische Rüstungskonzern Elbit Systems ist eigenen Angaben zufolge von einer nicht weiter spezifizierten europäischen Nation mit der Lieferung von unterschiedlichen Verteidigungslösungen und Munitionstypen in einem Gesamtwert von umgerechnet 1,4 Milliarden Euro beauftragt worden. Wie aus einer heute veröffentlichten Mitteilung des Unternehmens hervorgeht, soll der Auftrag voraussichtlich in den nächsten fünf Jahren ausgeführt werden.
Wie Elbit schreibt, umfasst der Auftrag zwei Gruppen technologisch fortschrittlicher Lösungen des Unternehmens.
Die erste Gruppe umfasst Präzisionsartillerie-Raketensysteme mit großer Reichweite und ein breites Spektrum an unbemannten Aufklärungs- und Loitering-Luftkampfsystemen, von operativen bis zu taktischen Reichweiten, einschließlich persönlich bedienbarer Drohnen.
Die zweite Gruppe umfasst unter anderem hochentwickelte Aufklärungs- und Überwachungs-Fähigkeiten, darunter SIGINT- und COMINT-Systeme sowie Mittel zur elektronischen Kampfführung. Außerdem werden Systeme zur Informationsbeschaffung und -verarbeitung sowie fortschrittliche elektrooptische (E/O) und Nachtsichtsysteme, Modernisierungssätze für Kampffahrzeuge und Schutzsysteme geliefert.
Darüber hinaus wird Elbit Systems eine umfassende militärische Digitalisierung und Netzwerk-Kampflösung liefern, die auf der neuesten Software-Generation und modernster Hardware-Kommunikationsausrüstung basiert. Dazu gehören auch Informationsaufklärungslösungen aus der C4ISR-Suite von Einsatz- und Führungssystemen. Diese integrierte Lösung deckt laut Hersteller alle operativen Ebenen ab, vom strategischen Streitkräftehauptquartier über die taktische Ebene bis hin auf die Ebene einzelner Fahrzeuge.
„Dieser Auftrag spiegelt die starke Nachfrage nach den Spitzentechnologien von Elbit Systems in Europa wider und unterstreicht unsere Fähigkeit, integrierte, dimensionsübergreifende Lösungen zu liefern, die auf die Bedürfnisse moderner Streitkräfte zugeschnitten sind. Das umfassende Portfolio von Elbit Systems hat sich im Einsatz auf dem Gefechtsfeld bewährt und wird von seinen Anwendern hoch geschätzt“, wird Bezhalel Machlis, President and CEO of Elbit Systems, in der Mitteilung zitiert. „Wir sind stolz darauf, durch diese strategische Partnerschaft einen europäischen Staat bei der Stärkung seiner nationalen Sicherheit zu unterstützen. Der Auftrag umfasst auch eine industrielle Zusammenarbeit, die darauf abzielt, die nationalen industriellen Kapazitäten des Käufers in den genannten Bereichen zu stärken“, so der Elbit-CEO weiter.
Auch wenn die europäische Nation nicht weiter spezifiziert wurde, lässt sich der Kreis anhand der aufgeführten Bestellung – hier insbesondere aufgrund der Artillerieraketen – auf einige wenige Nationen eingrenzen. Neben Deutschland, haben derzeit nur die Niederlande, Spanien sowie Dänemark und Serbien Elbits Raketenartilleriesystem PULS bzw. Modifikationen davon bestellt. Deutschland kann hier jedoch ausgeschlossen werden, da Beschaffungsvorhaben mit der oben beschriebenen Summe vorher durch den Bundestag genehmigt werden müssen. In den letzten Wochen und Monaten wurden die angesprochenen Systeme und Munitionstypen jedoch weder genehmigt, noch standen sie zur Genehmigung an. Auch die Niederlande, Dänemark und Spanien vermelden Beschaffungsvorhaben mit großer Tragweite üblicherweise über offizielle Regierungskanäle, was in diesem Zusammenhang nicht bzw. noch nicht erfolgt ist.
Die Beschaffungen aus Serbien wurden von Elbit in der Vergangenheit nicht mit Angabe des Landes kommuniziert, erst eine Berichterstattung der israelischen Tageszeitung Haaretz legte offen, dass es sich bei dem Kundenland, das im November 2024 PULS-Raketenartilleriesysteme samt Raketen und MALE-Aufklärungsdrohnen vom Typ Hermes 900 bei Elbit bestellt hatte, um Serbien handelt, hartpunkt berichtete.
Waldemar Geiger














