Das europäische Systemhaus General Dynamics European Land Systems (GDELS) zeigt im Rahmen der Rüstungsmesse Eurosatory in Paris erstmals zwei neue Flugabwehrkanonenradpanzer auf Basis der 6×6-Pandur- und der 8×8-Piranha-Plattform die im Verbund mit Flugabwehr-UGV kämpfen sollen.
Das als „Piranha GBAD“ – GBAD steht für Ground Based Air Defence, auf Deutsch: bodengebundene Luftverteidigung – bezeichnete Manned-Unmanned-Teaming (MUM-T)-Luftverteidigungssystem ist GDELS zufolge mit einem unbemannten Turm des Typs UT-30 Mk. 3 des israelischen Rüstungskonzerns Elbit Systems ausgestattet. Die Effektorik ist optional, gezeigt wurde eine Kombination aus einer 30mm-Maschinenkanonne von Elbit Systems und ein 70mm-Raketenwerfer mit lasergelenkten GATR-Raketen.
Zudem dient das Fahrzeug dem Hersteller zufolge aufgrund seines flexiblen Besatzungskonzepts gleichzeitig als „Mutterschiff“ für den Einsatz von UGVs und als autonome SHORAD-Plattform geeignet – fähig, kleinere und mittlere Luftziele während der Fahrt zu erkennen, zu verfolgen und zu bekämpfen. Bei Bedarf kann ein 8×8-Rad-UGV BULLFROG zum Einsatz gebracht werden, welches über eine auf Flugabwehr spezialisierte Waffenstation (inklusive C-AUS-Radar) verfügt und vernetzt mit Piranha gegen Flugziele kämpfen kann. Der BULLFROG wird dazu an den Piranha angehängt und in den Einsatzraum mitgeführt. GDELS zufolge kann das Gespann bis zu 80 km/h fahren. Die Größe des Piranha-Kampfraumes bietet ausreichend Platz für mehrere Bedienstationen. In Paris wurde eine mögliche Konfiguration gezeigt, die Platz für einen Kraftfahrer, Kommandanten, Richtschützen sowie zwei UGV-Bediener samt zusätzlichem Raum für Ausrüstung oder zusätzliches Personal bietet.
Der Pandur GBAB ist hingegen mit einem Mangart 25-Turm des slowenischen Herstellers Valhalla ausgestattet. Dank der NEVA-Elektronikarchitektur von GDELS lässt er sich zudem vollständig in ein MUM-T-Netzwerk aus unbemannten Sensoren und Effektoren integrieren.
Neben einer Multisensor-Suite verfügt der ferngesteuerte Turm über drei Effektoren gegen Luftziele. Die Hauptbewaffnung bildet eine 25mm-Maschinenkanone des Typs KBD von Rheinmetall zudem ist Turm mit einem 70mm-Raketenwerfer von Thales als Sekundäreffektor ausgestattet. Für die Bekämpfung kleiner Luftziele auf kurze Distanz nutzt der Pandur GBAD den HELMA-P-Laser des französischen Herstellers Cilas. Diese Kombination ermöglicht laut dem Hersteller die simultane Bekämpfung von mehreren Luftzielen bzw. von Luft- als auch Bodenzielen im Nah- und Nächstbereich. Als Munitionsvorrat kann der Turm 400 Patronen 25 x 137 mm Munition aufnehmen. Die Doppelgurtzuführung erlaubt dabei einen Munitionsmix, der sich sowohl für die Abwehr von Luftzielen als auch die Bekämpfung von Bodenzielen eignet.
Waldemar Geiger


















