Der europäische Rüstungskonzern General Dynamics European Land Systems (GDELS) hat eigenen Angaben zufolge mit der französischen Forvia-Gruppe auf die Übernahme des Faurecia-Werks in Augsburg geeinigt. Wie GDELS in einer Mitteilung schreibt, soll der seit 1875 bestehende Traditionsstandort mit dem Gros der Belegschaft weitergeführt und zum größten GDELS-Fahrzeugwerk in Deutschland sowie zum Kompetenzzentrum für das leichte taktische Fahrzeug Eagle der Bundeswehr ausgebaut werden.
Bislang werden im Werk, das zur Forvia-Sparte Clean Mobility gehört, Abgasanlagen für PKW und Nutzfahrzeuge gefertigt. GDELS will der Mitteilung nach auf die vorhandene Fachkompetenz im Bereich der Fahrzeugtechnologie und Schweißtechnik aufbauen, darunter auch in der Entwicklung und Fertigung anspruchsvoller und spezialisierter Kleinserien.
Zudem soll dem Unternehmen zufolge „die strategisch günstige Lage in der Nähe der beiden neuen GDELS-Standorte Immenstaad und Oberpfaffenhofen sowie der Stammwerke in der Schweiz und Rheinland-Pfalz, die vorteilhafte Infrastrukturanbindung, das vorhandene Branchen-Cluster in der Region und die Unterstützung von Kommunal- und Landespolitik“ zu der Auswahl beigetragen haben.
„Das Augsburger Werk ist ein weiterer Schritt in der Hinwendung zu unserem deutschen Kunden und eindrucksvoller Beleg für unser Versprechen, dessen Erwartungen an Qualität und Liefertreue im gesteckten Zeitrahmen voll zu erfüllen. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit den hoch qualifizierten und motivierten Mitarbeitenden, die wir an diesem attraktiven Standort kennengelernt haben. Die Übernahme ist für uns auch eine Verpflichtung zu nachhaltigem Wachstum gegenüber der Belegschaft, der Stadt und dem Land Bayern“, wird Giuseppe Chillari, GDELS Vice President und Geschäftsführer des EAGLE-Mutterhauses GDELS–Mowag, in der Mitteilung zitiert.
Die Akquisition des Werkes steht offenbar im Zusammenhang mit den jüngst erfolgten Bestellungen von geschützten Eagle-Fahrzeugen 4×4 und 6×6 sowie Radpanzern des Typs Piranha durch die Bundeswehr. So wurde GDELS im Dezember 2025 mit der Herstellung und Lieferung von knapp 3.000 geschützten Fahrzeugen des Typs Eagle V im Gesamtwert von 4 Milliarden Euro beauftragt, hartpunkt berichtete. Der Rahmenvertrag lässt zudem den Abruf von etwa 2.000 weiteren Eagle-Fahrzeugen zu. Weiterhin basieren die neuen Richtfunkpanzer sowie Radspähpanzer der Bundeswehr auf dem Piranha in den Varianten 8×8 bzw. 6×6. Von den Systemen wurden mehrere hundert Fahrzeuge bestellt, die in den nächsten Jahren an die Truppe ausgeliefert werden sollen. Auch hier ermöglichen Rahmenverträge den Abruf zusätzlicher Radpanzer. Beide Fahrzeugtypen – Eagle und Piranha – sollen in Süddeutschland gefertigt werden.
Waldemar Geiger

















