Eagle V: Bundeswehr will rund 3.000 geschützte Fahrzeuge bei GDELS fest bestellen

Waldemar Geiger

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Die Bundeswehr beabsichtigt offenbar, in Kürze fast 3.000 geschützte Fahrzeuge des Typs „Eagle V” im Gesamtwert von rund 4,8 Milliarden Euro beim Rüstungskonzern General Dynamics European Land Systems (GDELS) zu bestellen. Gut unterrichteten Kreisen zufolge soll der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages morgen über zwei sogenannte 25-Mio-Vorlagen beraten.

Aus Basis dieser Vorlagen will die Bundeswehr eine Rahmenvereinbarung mit GDELS über die Herstellung und Lieferung von bis zu 4.000 geschützten Führungs- und Funktionsfahrzeugen Klasse 2 (GFF Kl. 2) vom Typ Eagle V 4 x 4 sowie eine weitere Rahmenvereinbarung über die Herstellung und Lieferung von bis zu 1.000 mittleren geschützten allradgetriebenen Sanitätskraftfahrzeugen vom Typ Eagle V 6 x 6 (mgSanKfz) schließen.

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In einem ersten Schritt sollen die Haushälter insgesamt rund 4,8 Milliarden Euro freigeben, mit denen unmittelbar rund 3.000 Eagle V aus den beiden Rahmenverträgen abgerufen werden sollen. Fast 90 Prozent der Flotte entfällt dabei auf den Eagle V 4×4.

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Eagle V

Der Eagle V von General Dynamics European Land Systems (GDELS) gehört zu den modernsten geschützten Mehrzweckfahrzeugen der Welt und ist sowohl in einer 4×4- als auch 6×6-Konfiguration lieferbar. Die Bundeswehr hat insgesamt 675 Eagle IV/V 4×4 (180 davon als Eagle V) in der Variante GFF2 Kl. 2 – inklusive Beweglicher Arzttrupp (BAT) – sowie 80 Eagle V 6×6 in der Ausführung mittleres geschütztes Sanitäts-Kraftfahrzeug (mgSanKfz) beschafft.

Neben der Bundeswehr werden die Fahrzeuge der GDELS-Eagle-Familie auch durch das dänische Heer, die Armee Luxemburgs sowie die Schweizer Armee (in unterschiedlichen Varianten und Funktionen) genutzt. Darüber hinaus haben die Bundespolizei und die Kantonspolizei Zürich kleine Mengen Eagle-Fahrzeuge gekauft.

Technische Daten der Eagle-Fahrzeugfamilie
Eagle V 4×4Eagle V 6×6
Maximales Gesamtgewicht11,5 t16,5 t
Nutzlast3,5 t6 t
Länge / Höhe / Breite5,4 m / 2,5 m / 2,3 m7 m / 2,5 m / 2,3 m
Motor6-Zylinder-Dieselmotor von Cummins
Leistung185 kW / 245 PS (optional bis zu 265 kW / 360 PS)
Drehmoment925 Nm (optional bis zu 1.100 Nm)
Getriebe5-Gang-Automatikgetriebe von Allison
AntriebPermanent 4×4Permanent 6×6
DifferentialTorsen, selbstsperrend
AchstypDe-Dion Achsen mit Stirnrad-Radantrieben, Wankstabilisator
Bodenfreiheit0,44 m
Steigfähigkeit60 %
Kletterfähigkeit0,5 m
Höchstgeschwindigkeit110 km/h (Straßengang) 55 km/h (Geländegang)
Wendekreis15 m
Reichweite auf Straße700 km

Abgeleitet vom Duro verfügen die Eagle V über ein stabilisiertes Fahrwerk mit einem tiefen Schwerpunkt, das sowohl für viel Fahrsicherheit auf der Straße, als auch für eine hohe Mobilität im Gelände sorgt. Mit zentraler Reifendruckregulierung kann die Traktion der Reifen dem Gelände angepasst werden. Die Geländereifen sind mit Notlaufsystem ausgestattet. Dank der Lenkung der dritten Achse hat der 6×6, trotz 1,6 Meter mehr Gesamtlänge, den gleichen Wendekreis von 15 Metern wie die 4×4-Variante. Die Steigfähigkeit der Fahrzeuge beträgt 60 Prozent, die Kletterfähigkeit 0,5 Meter.

Alle Eagle-V-Fahrzeuge sind gegen Minen, improvisierte Sprengmittel und ballistische Bedrohungen geschützt. Der 229-kW-Dieselmotor beschleunigt das Fahrzeug über ein 2500-Automatikgetriebe von Allison auf maximal 110 km/h. Der EAGLE V 4×4 bietet bei einem Gesamtgewicht von 11,5 Tonnen eine Nutzlast von 3,5 Tonnen. Der 6×6 kann 2,5 Tonnen mehr Nutzlast tragen, also bis zu 6 Tonnen, bei einem Gesamtgewicht von 16,5 Tonnen.

mittleres geschütztes Sanitätskraftfahrzeug Eagle V 6x6
Das mittlere geschützte Sanitätskraftfahrzeug Eagle V 6×6 übernimmt nach Angaben der Bundeswehr wichtige Funktionen innerhalb der Rettungskette beim Transport von Verwundeten und Verletzten. (Bild: Bundeswehr / Patrick Grüterich)

In der Variante mgSanKfz sind sowohl Fahrerkabine als auch der Transportraum gegen die vielfältigen Bedrohungen, die sich auf dem gegenwärtigen Gefechtsfeld ergeben, geschützt. Das Fahrzeug ist mit seiner vierköpfigen Besatzung für den qualifizierten Verwundetentransport für ein bis zwei Patienten mit flexiblen Tragentischen und modernster Medizintechnik ausgerüstet.

Waldemar Geiger