Das europäische Systemhaus General Dynamics European Land Systems (GDELS) zeigt im Rahmen der Rüstungsmesse Eurosatory in Paris erstmals die Bergevariante der 10×10-Radplattform Piranha HMC (Heavy Mission Carrier), auf der ein Bergemodul des norddeutschen Panzerbauers FFG Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft mbH (FFG) integriert ist.
GDELS zufolge ist der neue Piranha HMC Advanced Recovery Vehicle „das mit Abstand leistungsstärkste und leistungsfähigste militärische Bergungsfahrzeug auf dem Markt“.
Alle zehn Räder des Heavy Mission Carrier verfügen über einen Antrieb, die Achsen eins, zwei, vier und fünf sind gelenkt. Dies sorgt für einen Wendekreis von weniger als 18 Metern. Das Fahrzeug hat ein zulässiges Gesamtgewicht von bis zu 40 Tonnen, 17 Tonnen stehen davon für die Nutzlast zur Verfügung.
Neben der ausgezeichneten Geländemobilität der vollständig gepanzerten 10×10-Radplattform verfügt der Berge-Piranha über zwei Winden, mit jeweils einer Zugkraft von 22 Tonnen, und einen 32-Tonnen-Kran. Dabei handelt es sich um den gleichen Drehkran wie auf der Bergepanzervariante des WiSENT 2 mit einer Kapazität von 32 Tonnen. Der Piranha wäre somit in der Lage, auch die aktuell schwersten Kampfpanzertürme (Leopard 2 A8) zu heben. Zum Vergleich: Der Kran des „Bergeboxers“ hat eine Hebekraft von 20 Tonnen. Zur Stabilisierung während der Arbeiten verfügt das Fahrzeug über zwei hydraulisch ausfahrbare Stützen an der Seite sowie einen „Heckanker“. Diese sichern den Berge-Piranha bei Kran- und Windenarbeiten und entlasten das Fahrmodul gleichzeitig von der damit verbundenen Belastung.
Die weiteren Ausstattungsmerkmale des Piranha-Bergemoduls entsprechen FFG zufolge dem des Bergeboxers. Dazu zählen beispielsweise Spezialwerkzeuge wie Schneid- und Schweißgeräte sowie pneumatische Bergewerkzeuge, eine ABC-Schutzanlage sowie Heizungs- und Klimasysteme. Die Steuerung der Bergesysteme kann unter Panzerschutz oder mittels Fernbedienung auch außerhalb des Fahrzeuges erfolgen. Im Gegensatz zu der Boxervariante kann das Piranha-Bergemodul jedoch nicht abgesetzt von der Fahrzeugplattform eingesetzt werden.
Waldemar Geiger


















