Die Bundeswehr beabsichtigt über die BWI GmbH, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft des Bundes, ein IT-Werkzeug mit der Bezeichnung „Internet Reconnaissance“ zu beschaffen, mit dem im Internet frei zugängliche Informationen KI-gestützt gesammelt, analysiert und visualisiert werden können.
Ein solches Werkzeug soll die OSINT-Fähigkeit (Open Source Intelligence) der Bundeswehr verbessern und Analysten der Bundeswehr dabei unterstützen, Bedrohungslagen schneller und präziser zu bewerten. Dadurch soll das Lagebild verbessert und die Sicherheit der Truppe erhöht werden, wie hartpunkt aus gut unterrichteten Kreisen erfahren hat. Neben Texten sollen mit dem Werkzeug auch Bilder und Videos automatisiert ausgewertet werden können.
Der Haushaltsausschuss des Bundestages soll sich nächste Woche mit der entsprechenden 25-Millionen-Euro-Vorlage befassen, wie aus der veröffentlichten Tagesordnung des Ausschusses hervorgeht. Dem Vernehmen nach werden rund 50 Millionen Euro für den Abschluss eines auf fünf Jahre angelegten Rahmenvertrags mit der BWI benötigt.
Ein Großteil des menschlichen Lebens, und damit auch von Streitkräften sowie Soldaten, findet mehr und mehr im Internet statt, die Aufklärung im Netz im Rahmen der Open Source Intelligence wird daher auch für die Streitkräfte immer bedeutender. Dabei werden frei zugängliche Informationen aus offenen Quellen gesammelt, verknüpft und strukturiert ausgewertet – dazu zählen unter anderem Internet- und Social-Media-Inhalte, Medienbeiträge sowie Daten aus frei zugänglichen Registern und Datenbanken. Anhand der Analyse können Indikatoren für militärisch relevante Entwicklungen gewonnen oder überprüft, Lagebilder verdichtet und Entscheidungen verbessert werden. Zur Vermeidung von Fehlinterpretationen werden mittels OSINT gewonnene Erkenntnisse mit Erkenntnissen aus klassischen Aufklärungsmethoden (beispielsweise Signalaufklärung, elektronische Aufklärung, Bildaufklärung oder menschliche Aufklärung) kombiniert und abgeglichen.
Waldemar Geiger

















