Die französische Verteidigungsinnovationsagentur (Agence de l’innovation de défense, AID) fördert die Zusammenarbeit des französischen Unternehmens HEMERIA mit dem Deutsch-Französischen Forschungsinstitut Saint-Louis (ISL) bei der Entwicklung einer kompakten Hochleistungsstromversorgung für elektromagnetische Schienenkanonen, sogenannte Railguns. Das auf der Messe Euronaval 2026 angekündigte Vorhaben wird im Rahmen des Förderprogramms RAPID finanziert und ist auf zwei Jahre angelegt, wie aus einer Mitteilung des französischen Verteidigungsministeriums hervorgeht.
Ziel des Projekts sei die Entwicklung und Validierung eines elektrischen Impulsleistungsgenerators, der die Integration von Railguns auf mobilen Plattformen, insbesondere Marineschiffen, ermöglichen solle. Die Technologie beschleunigt Geschosse ohne konventionelle Treibladung mithilfe extrem hoher elektrischer Ströme. Angestrebt werden Geschossgeschwindigkeiten von mehr als 2 km/s. Daraus ergeben sich potenzielle Einsatzmöglichkeiten in der Raketen- und Flugabwehr sowie bei der Bekämpfung von Zielen in großer Entfernung.
Eine wesentliche Herausforderung stellt der Mitteilung zufolge bislang die Energieversorgung dar. Für den Betrieb müssten Ströme von mehr als einer Million Ampere innerhalb von Sekundenbruchteilen bereitgestellt werden. Die bisher eingesetzten Folienkondensatoren seien dafür zu groß und schwer, schreibt das Ministerium. Versuche mit Lithium-Ionen-Batterien seien ebenfalls gescheitert.
Das Konsortium wolle deshalb einen Demonstrator entwickeln, der einen XRAM-Generator mit einer Niederspannungsquelle auf Basis von Superkondensatoren kombiniert. Der Versuchsstand soll Spitzenströme von mehr als 50 kA erreichen. Gleichzeitig sollen das Volumen und das Gewicht der Energieversorgung gegenüber konventionellen Folienkondensatorlösungen um den Faktor fünf bis zehn reduziert werden. Die Stromversorgung soll mit dem Gleichstrombordnetz eines Überwasserschiffs kompatibel sein.
HEMERIA übernimmt den Angaben zufolge die Projektleitung und entwickelt unter anderem die Superkondensator- und Steuerungsschränke, das Ladegerät sowie die Steuerungs- und Sicherheitssoftware. Das ISL bringt seine Expertise in der Leistungselektronik, bei Siliziumkarbid-Thyristoren und induktiven Generatoren ein. Zudem verantwortet das Institut die Validierung der Superkondensatoren und die experimentelle Überprüfung des Gesamtsystems.
lah

















