Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat in seiner heutigen Sitzung rund 490 Millionen Euro für die Entwicklung und Beschaffung von Drohnenabwehrflugkörpern des Typs DefendAir von MBDA Deutschland freigegeben, wie gut unterrichtete Kreise gegenüber hartpunkt bestätigen. Der Verteidigungsausschuss hat die entsprechenden 25-Mio-Vorlagen bereits heute Vormittag gebilligt. Damit kann die Bundeswehr nun einen entsprechenden Vertrag mit MBDA Deutschland schließen.
Wie es heißt, entfallen etwas mehr als zwei Drittel der Summe auf die Entwicklung und Qualifizierung der vormals als Small Anti Drone Missile (SADM) bezeichneten Drohnenabwehrflugkörper, die MBDA Deutschland mittlerweile unter der Bezeichnung DefendAir vermarktet. Der restliche Betrag ist für den Abruf von Serienflugkörpern vorgesehen. Neben den eigentlichen Flugkörpern und der dazugehörigen Produktionsstraße sollen auch entsprechende Startbehälter entwickelt und qualifiziert werden. Der Beginn der Serienproduktion ist dem Vernehmen nach für 2029 vorgesehen, so dass ein Zulauf in die Bundeswehr ab 2030 erfolgen könnte.
Die DefendAir-Drohnenabwehrflugkörper wurden durch die Bundeswehr vor wenigen Monaten als Sekundärbewaffnung für den Flugabwehrkanonenpanzer Skyranger 30 ausgewählt, hartpunkt berichtete. Wie gut informierte Kreise gegenüber hartpunkt erklären, ist die Integration der Flugkörper auf den Skyranger jedoch nicht Bestandteil der heute gebilligten 25-Mio-Vorlage. Dieses Arbeitspaket ist dem Vernehmen nach bereits im Entwicklungs- und Beschaffungsvertrags des Skyrangers berücksichtigt worden.
Die Pläne sehen vor, dass jeder Skyranger über mindestens neun, vermutlich sogar zwölf DefendAir-Flugkörper verfügen soll.
MBDA Deutschland entwickelt den DefendAir auf Basis des bei der Bundeswehr als Leichtes Wirkmittel 1.800 + eigeführten Waffensystems, welches für die Bekämpfung von Bodenzielen konzipiert wurde und firmenseitig unter der Bezeichnung Enforcer vertrieben wird.
Der Drohnenabwehrlenkflugkörper soll im Vergleich zum ursprünglichen Enforcer-Flugkörper reichweitengesteigert und mit einem speziellen Suchkopf gegen Ziele in der Luft versehen werden. Die Reichweitensteigerung wird dabei mittels eines an den Flugkörper angebrachten Boosters erzielt. Die Reichweite soll rund fünf Kilometer betragen.
Waldemar Geiger
















