Die Entscheidung in der wohl größten Helmausschreibung der jüngeren Militärgeschichte auf dem europäischen Kontinent ist offenbar gefallen. Wie mehrere gut unterrichtete Kreise gegenüber hartpunkt bestätigen, soll der Bundeswehr-Rahmenvertrag über die Lieferung von bis zu 1,4 Millionen neuen Gefechtshelmen mit der im nordrhein-westfälischen Nettetal beheimateten Hexonia GmbH, eine 100-prozentige Tochter der norwegischen NFM Group, geschlossen werden.
Dem Vernehmen nach hat die Bw Bekleidungsmanagement GmbH, eine 100-prozentige Inhouse-Gesellschaft der Bundeswehr, die im Auftrag der Bundeswehr-Beschaffungsbehörde BAAINBw für die Beschaffung von Bekleidung und persönlicher Ausrüstung zuständig ist, die im Wettbewerb verbliebenen Teilnehmer über die Zuschlagsabsicht an die Hexonia am vergangenen Freitag informiert.
Konkret geht es bei der Beschaffung um eine Festbestellung von fast 700.000 Gefechtshelmen, die in den nächsten Jahren an die Bundeswehr geliefert werden sollen, rund 120.000 davon wohl noch im Jahr 2026. Bei Bedarf soll die Bundeswehr aus dem Rahmenvertrag ca. 700.000 weitere Gefechtshelme abrufen können.
Wie hartpunkt vor rund zwei Wochen berichtete, haben über die Dauer des Beschaffungsvorhabens dem Vernehmen nach etwas mehr als ein Dutzend Unternehmen Interesse an dem Beschaffungsvorhaben bekundet. Etwas mehr als eine Handvoll hat tatsächlich Angebote eingereicht, von denen jedoch nur fünf Anbieter für die Truppenerprobung im Frühjahr 2026 zugelassen wurden, bei der der Hexonia-Helm gut informierten Kreisen zufolge den ersten Platz belegt hat, der Rheinmetall-Helm den zweiten. Daraufhin wurden, gut informierten Kreisen zufolge, Rheinmetall und Hexonia als einzige Teilnehmer des Wettbewerbes zur Abgabe eines zweiten „Best and Final Offer“ (BAFO) aufgerufen, deren Auswertung offenbar zur Zuschlagsabsicht an die Hexonia geführt hat.
hartpunkt vorliegenden Informationen zufolge, haben sowohl Rheinmetall als auch Hexonia Gefechtshelme aus dem modernsten, besonders leichtem Polyethylen angeboten. Bei beiden Helmen soll es sich um Neu- bzw. Weiterentwicklungen der bisherigen Helmtypen handeln. Sollte es nach Auslaufen der Einspruchsfrist tatsächlich zu einer Bezuschlagung der Hexonia GmbH kommen, dürfte die Truppe in den nächsten Jahren querschnittlich mit einem modernisierten Trivium-Helm ausgestattet werden. Die Vorgängerversion des Trivium-Gefechtshelmes von Hexonia wurde durch die Spezialkräfte der Bundeswehr beschafft. Darüber hinaus ist der Helmtyp Bestandteil des Soldatensystems „Infanterist der Zukunft – Erweitertes System VJTF +“ (IdZ-ES VJTF +).
Eine parlamentarische Billigung des Beschaffungsvorhabens ist hingegen nicht mehr notwendig, da der Bundestag die für die Beschaffung notwendigen Haushaltsmittel bereits im Dezember 2025 freigegeben hat, hartpunkt berichtete. Die Mittel waren Bestandteil der 21 Milliarden Euro für die Realisierung des Projektes FASER – die Abkürzung steht für „Feld Ausstattung Soldat Erweiterte Reserve“ – im Zeitraum 2026 bis 2034. FASER sieht neben der querschnittlichen Umkleidung der Bundeswehr auf den Multitarndruck auch die Ausstattung von bis zu 460.000 Soldatinnen und Soldaten mit unterschiedlichen Bekleidungssätzen sowie persönlicher Schutzausstattung vor. Hinzu kommt ein sogenannter Tausch- und Verpassungsvorrat sowie die Ausstattung von 80.000 Zivilbeschäftigten der Bundeswehr mit der gleichen persönlichen Schutzausrüstung – Gefechtshelm und Schutzweste –, wie sie die Truppe erhält.
Waldemar Geiger


















