In seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause hat der Haushaltsausschuss des Bundestages eine Reihe von sogenannten 25-Mio-Vorhaben für die Beschaffung von Rüstungsgüter gebilligt. Eine Übersicht der angenommenen Vorlagen hat das Bundeswehr-Beschaffungsamt BAAINBw auf seinen WhatsApp-Kanal veröffentlicht.
Ab 2028 erhält die Truppe drei neue Aufklärungs- und Überwachungsdrohnen des Typs Heron TP aus israelischer Produktion. Sie fliegen Tag und Nacht, liefern hochauflösende Bilder und sollen die Fähigkeiten der Bundeswehr deutlich erweitern. Die Besonderheit an den drei neu zu beschaffenden Heron-Drohnen von IAI ist gut informierten Kreisen zufolge, dass sie mit einer Ausstattung zur „Electro-Magnetic Surveillance“ geliefert werden, mit der Kommunikations- und Radarsysteme aufgeklärt werden können. Zusammen mit den fünf geleasten Heron-TP-Drohnen wird die Luftwaffe künftig acht Maschinen des Typs betreiben. Womöglich werden auch die fünf geleasten Drohnen zu einem späteren Zeitpunkt gekauft.
Patriot-Lenkflugkörper GEM-T: Für die eigene Verteidigung und um abgegebene Systeme an die Ukraine zu ersetzen kauft die Bundeswehr 300 weitere Patriot-Flugkörper des Typs GEM-T beim US-Hersteller Raytheon. Medienberichten zufolge hat der Auftrag ein Volumen von etwa 1,5 Milliarden Euro. Gegenwärtig wird auch in Deutschland eine Produktionslinie für GEM-T aufgebaut. Die jetzt bestellten Raketen kommen jedoch aus den USA und waren ursprünglich für einen anderen Kunden bestimmt, der nun offenbar später beliefert wird. Überdies wurde eine 25-Mio-Vorlage für Umrüstsätze für Patriot-Startgeräte gebilligt, damit diese die von Lockheed Martin gelieferten Raketen des Typs PAC-3 MSE verschossen werden können.
Weitere Mittelfreigaben erfolgten für IT-Spezialcontainer mit Schutz und IT-Technik für Einsätze am Boden, die sichere Arbeitsplätze für die digitale Einsatzführung gewährleisten sollen. Acht mobile Sanitätseinrichtungen sollen in Zukunft hochmobile Notfallchirurgie und Intensivmedizin für Gefechtssituationen ermöglichen und lebensrettend in kritischen Lagen wirken.
Eine weitere Vorlage betrifft neue Simulatoren für die Panzertruppe. Wie aus der Liste zu entnehmen ist, werden die Ausbildungssysteme für den Leopard 2 auf die neueste A7-Version gebracht, um realistischere Übungen und bessere Einsatzbereitschaft zu gewährleisten.
Das letzte Projekt auf der Liste betrifft den neu in die Bundeswehr einzuführenden Radpanzer Patria 6×6. Mit der Mittelfreigage soll das erste Serienfahrzeug für die Pioniertruppe beschafft werden. Bei erfolgreicher Abnahme dürften weitere Folge. Der Patria ersetze langfristig den Transportpanzer Fuchs und sei modular für verschiedene Einsätze anpassbar, schreibt das BAAINBw.
Lars Hoffmann











