Raketenabwehr: Fünf europäische Unternehmen wollen exoatmosphärischen Effektor entwickeln

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Die europäischen Unternehmen Thales, Airbus Defence and Space, Destinus, MBDA Deutschland und Safran Electronics & Defense wollen Europas erstes eigenständiges Programm für ein exoatmosphärisches Abfangsystem entwickeln, das auf vollständige Interoperabilität mit dem NATO-IAMD (Integrated Air and Missile Defence) und der European Sky Shield Initiative (ESSI) ausgelegt ist. Wie die Unternehmen in einer Mitteilung schreiben, wurde die Absichtserklärung zur Gründung des Bliksem EXO-Konsortiums, einer multinationalen europäischen Industriepartnerschaft für die Entwicklung, Qualifizierung, industriellen Serienfertigung und den Support von Bliksem EXO, heute in Paris während der Gründungssitzung der Koalition zur Abwehr ballistischer Raketen in Anwesenheit des niederländischen Ministerpräsidenten Rob Jetten unterzeichnet.

Wie es in der Mitteilung weiter heißt, handelt es sich bei Bliksem EXO um ein eigenständiges europäisches exoatmosphärisches Abfangsystem gegen Medium-range Ballistic Missiles (MRBM) sowie Intermediate-range Ballistic Missiles (IRBM), einschließlich Systemen der Oreshnik-Klasse mit abtrennbaren und manövrierfähigen Wiedereintrittsfahrzeugen.

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Es sei für die obere Abwehrschicht der Raketenabwehr konzipiert: Erkennung, Verfolgung und Abwehr von MRBM-/IRBM-Bedrohungen in der mittleren Flugphase außerhalb der Atmosphäre durch direkte kinetische „Hit-to-Kill“-Wirkung ohne Sprengkopf.

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Diese Auslegung ergänze bestehende und geplante europäische Fähigkeiten der unteren Schichten, heißt es weiter. Zusammen sollen diese Systeme eine mehrschichtige europäische Raketenabwehr bilden: Endphasensysteme und Systeme für größere Operationsräume unten, Bliksem EXO außerhalb der Atmosphäre. Das Programm sei auf vollständige Interoperabilität mit der integrierten Luft- und Raketenabwehr der NATO ausgelegt und solle die European Sky Shield Initiative stärken, indem es die derzeit fehlende obere Verteidigungsschicht abdeckt.

Innerhalb des Konsortiums fungiert Destinus mit Sitz in den Niederlanden als Konsortialführer und Hauptauftragnehmer und ist verantwortlich für die Systemintegration sowie das exoatmosphärische „Kill Vehicle“ (EKV); MBDA Deutschland ist für den Booster der Abfangraketen, den Werfer und die Kanister zuständig; Safran Electronics & Defense für den Suchkopf sowie die Lenkung, Navigation und Steuerung des EKV; Airbus Defence and Space für die Führung und Kontrolle sowie das Gefechtsmanagement (BMC4I); und Thales für die Radar- und Sensorkette, von der Frühwarnung bis zur Feuerleitung.

Das Programm wird laut Mitteilung bei der Systemauslegung, den Tests und der Bewertung auf die operativen Erfahrungen der Ukraine bei der Abwehr massiver Luft- und Raketenangriffe zurückgreifen, vorbehaltlich der geltenden Exportkontroll-, Sicherheits- und behördlichen Anforderungen. Dadurch werde „Bliksem EXO“ nicht nur eine Fähigkeit der nächsten Generation, sondern eine, die für die Realitäten der modernen Kriegsführung ausgelegt sei.

Die Parteien beabsichtigen, innerhalb von drei Monaten nach Unterzeichnung der Absichtserklärung eine verbindliche Konsortialvereinbarung abzuschließen. Die gemeinsamen Entwicklungsarbeiten im Rahmen des Konsortiums sollen im August 2026 beginnen, und das Konsortium plant, im Jahr 2027 einen EKV-Test im Weltraum durchzuführen.

Nach Aussage des niederländischen Premierministers Rob Jetten, stellt Bliklsem EXO eine industrielle Säule der Koalition gegen ballistische Raketen dar und wird aus den Niederlanden von Destinus geleitet.
lah