Destinus, ein Verteidigungsunternehmen mit Hauptsitz in den den Niederlanden, hat heute den beschleunigten Start eines Entwicklungsprogramms für die RUTA Block 3 bekanntgegeben, einem Marschflugkörper mit 250 kg Nutzlast und bis zu 2.000 km Reichweite, dessen Flugtestkampagne 2027 beginnen soll.
Der Antrieb der RUTA Block 3 soll mittels eines derzeit bei Destinus in Entwicklung befindlichen Turbojet-Triebwerks der nächsten Generation mit der Bezeichnung „Destinus T220“ erfolgen. Der Marschflugkörper werde eine „fortschrittliche autonome Navigation für Umgebungen mit eingeschränktem GNSS-Empfang mit derzeit in der Entwicklung befindlichen Endphasen-Sensor- und Lenkfähigkeiten sowie einer standardisierten, in ISO-Containern untergebrachten Startarchitektur kombinieren, die den Einsatz an Land, auf See und an festen Standorten unterstützt“, schreibt das Unternehmen in einer heute veröffentlichten Mitteilung.
Zudem wird darauf verwiesen, dass die RUTA Block 3 aufbauend auf den operativen Erfahrungen aus der Ukraine unter der europäischen Konstruktionszulassung und dem Produktionsrahmen von Destinus entwickelt und industrialisiert wird. „Alle Entwicklungs-, Produktions- und Exportaktivitäten werden in Übereinstimmung mit den geltenden nationalen und europäischen Gesetzen, Exportkontrollvorschriften und erforderlichen behördlichen Genehmigungen durchgeführt“, heißt es in der Mitteilung.
Die RUTA Block 3 baut Destinus zufolge auf der RUTA-Architektur auf, die bereits den Schritt von der Erprobung im Einsatz zur industriellen Serienproduktion vollzogen hat. RUTA Block 1 wird nach Angaben des Herstellers derzeit in den Niederlanden in Serie produziert, wobei Destinus eigenen Aussagen zufolge die jährliche Produktionskapazität für die RUTA-Familie in seinen europäischen Produktionsstätten ausbaut. Für die RUTA Block 2, die mit Unterstützung des ukrainischen Unternehmens Brave1 entwickelt wurde und derzeit in der Ukraine Flugtests durchläuft, ist der Produktionsbeginn noch für dieses Jahr vorgesehen. Block 3 werde die RUTA-Architektur auf eine neue Langstrecken-Kategorie ausweiten und dabei die souveräne europäische Konstruktionshoheit, die skalierbare Produktion und den containerisierten Einsatz beibehalten, schreibt Destinus.
Das RUTA-Programm fußt Destinus zufolge auf drei europäischen Standorten. In den Niederlanden betreibt das Unternehmen sowohl ein Konstruktions- und Entwicklungszentrum als auch den primären RUTA-Produktionsstandort, in dem die RUTA-Produktfamilie Destinus zufolge bereits in großem Maßstab gefertigt wird. In der Ukraine soll die Entwicklung als auch die Versuchserprobung der RUTA Block 3 erfolgen, zudem fungiert das Land als Zentrum für die Fertigung wesentlicher Komponenten.
In Deutschland sollen mit dem geplanten Joint Venture Rheinmetall Destinus Strike Systems zusätzliche Kapazitäten für die Serienfertigung, Qualifizierung und Endintegration für die Bundeswehr und weitere europäische institutionelle Kunden entstehen. Die Produktion am Rheinmetall-Standort Unterlüß soll Destinus zufolge 2026 bis 2027 mit den Marschflugkörpern RUTA Block 1 und Block 2 beginnen und die bestehende Serienfertigung in den Niederlanden ergänzen. Die Variante Block 3 soll folgen, sobald die Flugtests und die Qualifizierung abgeschlossen sind. Der Rheinmetall CEO Armin Papperger hatte am 7. Mai im Rahmen eines Analystengesprächs erste Infos zu der geplanten Arbeitsaufteilung zwischen Destinus und Rheinmetall offengelegt. Seinen Ausführungen nach wird Rheinmetall die Gefechtsköpfe sowie den Antrieb für die in Unterlüß gefertigten RUTA-Marschflugkörper beisteuern. Die Auslieferung des ersten Flugkörpers solle noch dieses Jahr erfolgen.
Waldemar Geiger
















