Großbritannien und Türkei schließen Memorandum of Unterstanding für Export des Eurofighters

Lars Hoffmann

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Die Verteidigungsminister der Türkei und Großbritanniens haben heute auf einer Rüstungsmesse in Istanbul gemeinsam eine Absichtserklärung unterzeichnet, die die Beziehungen zwischen den beiden Ländern festigen und sie einem vollständigen Abkommen über die Beschaffung des Kampfflugzeugs Eurofighter Typhoon einen Schritt näher bringen soll. Wie aus einer Mitteilung der britischen Regierung hervorgeht, begrüßen beide Minister die Unterzeichnung als positiven Schritt auf dem Weg zur Aufnahme der Türkei in den Typhoon-Club und teilen das gemeinsame Ziel, die erforderlichen Vereinbarungen so schnell wie möglich abzuschließen.

Die Aufnahme der Türkei als Typhoon-Betreiber würde die über viele Jahrzehnte gewachsenen freundschaftlichen Beziehungen zwischen wichtigen NATO-Verbündeten weiter festigen und einen bedeutenden Schritt zur Verbesserung der modernen Luftkampfkapazitäten der Türkei darstellen, heißt es in der Mitteilung.

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Der Spiegel hatte jüngst in einem Artikel geschrieben, das der Sicherheitsrat der Bundesregierung eine Voranfrage für den Export von 40 Eurofightern in die Türkei positiv beschieden haben soll. Angeblich musste die Türkei zusichern, den Flieger nicht gegen Griechenland einzusetzen. Regierungssprecher Stefan Kornelius bestätigte heute während der Regierungspressekonferenz, dass das BMVg in einem Brief an die türkische Regierung die Voranfrage der Industrie zum Export positiv beschieden habe. Man habe der türkischen Seite zu verstehen gegeben, dass die Flugzeuge zur Stabilisierung des Bündnisses eingesetzt werden sollen.

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Jorge Tamarit-Degenhardt, Chief Executive Officer der Eurofighter Jagdflugzeug GmbH, begrüßte die Unterzeichnung der Absichtserklärung. Diese gilt als erster Schritt hin zum möglichen Kauf des Eurofighter Typhoon durch die Türkei.

„Die heutige Bekanntgabe der Absichtserklärung ist eine positive Nachricht für alle Beteiligten, und wir freuen uns darauf, die weiteren Gespräche zwischen den Regierungen der Türkei und des Vereinigten Königreichs in den kommenden Monaten zu unterstützen“, so Tamarit-Degenhardt. Beobachter halten einen Vertragsschluss im dritten oder vierten Quartal dieses Jahres für möglich.

An der Produktion des Eurofighters für die Türkei würde sich auch Deutschland beteiligten. So werden hierzulande die Mittelrumpfsektionen des Kampfflugzeugs hergestellt.

In Deutschland steht noch die Beauftragung von 20 Eurofightern für die Luftwaffe aus, was in den kommenden Monaten erwartet wird. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat überdies die Beschaffung von weiteren 35 Eurofightern für die Bundeswehr gefordert. Diese würden dann vermutlich in der neuesten LTE-Version geliefert. Weitere potenzielle Exportkunden für den Eurofighter sind Saudi-Arabien und Katar. Auch Polen soll Interesse an zusätzlichen Kampfflugzeugen für seine Streitkräfte signalisiert haben, allerdings steht ein Request for Information wohl noch aus. Zudem sucht Österreich ein Nachfolgemuster für seine wenigen Eurofighter der 1. Tranche. Wie es heißt, sollen bis zu zwei Staffeln mit insgesamt 36 Maschinen beschafft werden.

Lars Hoffmann