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Fuchs-Nachfolge: Patria und deutsche Industrie bilden Kooperation

Der finnische Rüstungskonzern Patria hat sich mit den beiden deutschen Unternehmen DSL Defence Service Logistics GmbH (DSL), einer Tochter des KNDS-Konzerns, sowie der FFG Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft mbH (FFG) zusammengeschlossen, um der Bundeswehr im Rahmen der Nachfolge des Transportpanzers Fuchs die Entwicklung, Produktion und Wartung von Varianten des 6×6-Transportpanzers von Patria anzubieten. Dies geht aus einer gemeinsamen Pressemitteilung der Unternehmen hervor.

Die Aufteilung der Arbeitspakete sieht vor, dass Patria im Rahmen des internationalen „Common Armoured Vehicles System (CAVS)“-Programms als Hauptauftragnehmer fungieren wird, wenn Deutschland sich für die Beschaffung des Fahrzeuges entscheiden sollte. Der finnische Konzern wird zudem die Federführung bei der Konzeption und Entwicklung des Systems übernehmen. DSL und FFG – mit der Tochter Jungenthal Wehrtechnik (JWT) – sollen hingegen für das lokale Engineering, die Produktion und den Life-Cycle-Support aus den Standorten Freisen, Flensburg und Kirchen sorgen. „Neben der nun beginnenden detaillierteren Vorbereitung der Lokalisierung wird das Team auch andere deutsche Unternehmen in das Programm einbinden“, heißt es zudem in der Pressemitteilung. Nach Aussage von Jörg Kamper, Geschäftsführer der Jungenthal Wehrtechnik und Mitglied der Geschäftsführung der FFG Flensburger Fahrzeugbau GmbH, wird der Löwenanteil der Fertigung in Deutschland erfolgen. „Für FFG und JWT bedeutet dies, dass qualifizierte Arbeitsplätze in Deutschland geschaffen werden und das Know-how, die Kapazitäten und die Investitionen der deutschen Industrie sowohl in diesem Programm als auch für den zukünftigen In-Service-Support genutzt und weiterentwickelt werden können“, wird der JWT-Manager in der Mitteilung zitiert.

Die Bundeswehr plant in den nächsten Jahren, die in die Jahre gekommene Fuchs-Flotte Schritt für Schritt im Rahmen des Projektes „Transportpanzer Neue Generation“ abzulösen. Es wird ein Bedarf von rund 1.000 Fahrzeugen angegeben. Der Patria 6×6 gilt spätestens seit dem Beitritt Deutschlands zum CAVS-Programm als heißer Kandidat für die Fuchs-Nachfolge. Deutschland ist dem Programm im April 2023 offiziell beigetreten und hat im Anschluss den Patria 6×6 einer Reifegradanalyse unterzogen, die das Fahrzeug erfolgreich abgeschlossen hat. Schwerpunkt der Reifegradanalyse lag dem Verteidigungsministerium zufolge auf zulassungsrelevanten und fahrsicherheitsbestimmenden Aspekten. Insidern zufolge hat politischer Druck dazu geführt, dass die Bundeswehr zwei weitere 6×6-Fahrzeuge – den Fuchs Evolution von Rheinmetall und den Pandur Evolution von General Dynamics European Land Systems – ebenfalls einer Reifegradanalyse unterzogen hat, was Verzögerungen im Projekt zur Folge hatte. Insidern zufolge konnten die dadurch gewonnenen Erkenntnisse die Bundeswehr nicht von der Absicht abbringen, den Patria zu beschaffen. Wie hartpunkt bereits Ende Januar 2024 geschrieben hat, wird eine Entscheidung in Kürze erwartet.

Patria 6×6

Der Patria 6×6 leitet sich von einem dreiachsigen Radpanzer ab, den ursprünglich die finnische Firma Sisu produzierte. Dieses Fahrzeug wurde auch Patria XA genannt. Der neue Patria 6×6 weist den Angaben von Patria zufolge gegenüber seinem Vorgänger eine verbesserte Einzelradaufhängung, einen leistungsstärkeren Motor mit 294 kW sowie Verbesserungen des elektrischen Systems auf. Das deutsche Unternehmen ZF liefert laut Patria das Getriebe.

Der Patria 6×6 hat laut Hersteller ein maximales Gewicht von 24t und der Schutz entspricht STANAG 4569 Level 2, wobei auch ein höherer Schutz gemäß Level 4 bei Bedarf möglich sein soll.
wg

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