Freiwilligendienst im Heimatschutz wird eingeführt

Die Bundeswehr bietet Männern und Frauen in Zukunft an, einen auf insgesamt ein Jahr befristeten Wehrdienst im Heimatschutz zu absolvieren. Im Rahmen der heute von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer vorgestellten Initiative „Dein Jahr für Deutschland“, sollen allen Menschen angesprochen werden, die sich für das Gemeinwohl und regionale Aufgaben im Heimatschutz interessieren. Bewerbungen sind laut BMVg  bereits ab dem 1. September möglich.

Der gesellschaftliche und soziale Charakter des insgesamt einjährigen Dienstes stehe dabei im Vordergrund, heißt es in einer Mitteilung des Ministeriums. Deutschland wolle seiner Verantwortung in Europa gerecht werden. Deshalb müsse das Land selbst in Krisenlagen widerstandsfähiger werden, heißt es zur Begründung des neuen Dienstangebotes.  Auslandseinsätze sind im Rahmen des Dienstes nicht geplant, Hilfseinsätze bei Katastrophen im Inland schon.

Der neue freiwillige Wehrdienst wird in die territoriale Reserve eingebettet. Nach Abschluss ihrer siebenmonatigen Ausbildung werden die Freiwilligen für sechs Jahre in einer regionalen Sicherungs- und Unterstützungskompanie eingeplant. In diesen sechs Jahren müssen sie insgesamt mindestens fünf weitere Monate Dienst leisten.

Dabei könnten die beruflichen und familiären Belange der Freiwilligen gut berücksichtigt werden, so das BMVg. Damit die erworbenen Kompetenzen erhalten und auf dem neuesten Stand bleiben, sollen die Freiwilligen möglichst einmal im Jahr ihren Reservistendienst leisten.

Die Regionalität stehe bei „Dein Jahr für Deutschland“ im Mittelpunkt. Wünsche der Bewerberinnen und Bewerber würden daher möglichst berücksichtigt, heißt es in der Mitteilung. Denn die sechsjährige Grundbeorderung im regionalen Truppenteil müsse mit ihren beruflichen und privaten Belangen zusammenpassen.

Außerdem muss ihr Arbeitgeber zustimmen, bevor die Freiwilligen einen Reservistendienst beginnen können. Nach ihrer Ausbildung können die Reservedienstleistenden im Heimatschutz auch Wach- und Sicherungsaufgaben übernehmen.

Mit der Initiative werde eine Lücke im Angebot der Bundeswehr geschlossen und die Verankerung der Streitkräfte in der Bevölkerung verstärkt, schreibt das Ministerium.
lah/12/23.7.2020