Drohnenabwehrsystem Zubr offenbar zum Schutz von russischer Infrastruktur im Einsatz

Kristóf Nagy

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Der russische Rüstungsverbund Rostec hat das Drohnenabwehrsystem „Zubr“, das zum Schutz von Infrastruktur und ortsfesten Anlagen entwickelt wurde, erstmals an die eigenen Streitkräfte geliefert. Dies geht aus einer am 28. Januar herausgegebene Pressemitteilung von Rostec hervor. Demnach sei das erste Los des erstmals im Oktober 2024 vorgestellten Systems in einer nicht spezifizierten Anzahl bereits ausgeliefert und im Einsatz. 

Der Ukrainekrieg ist von Beginn an, insbesondere im Bereich der Drohnenkriegsführung, durch sich stetig verkürzende Technologiezyklen gekennzeichnet. Unbemannte Luftfahrzeuge als Wirkmittelträger entwickelten sich im Laufe des Konflikts von taktischen zu operativen und sogar strategischen Waffen. Im vierten Kriegsjahr stellen sie eine zunehmende Bedrohung für weit hinter der Front befindliche russische Infrastruktur wie Erdöllager und Raffinerien dar. Mit „Zubr” will Rostec eigenen Angaben zufolge eine autarke, kinetische Lösung gefunden haben, die neben der Detektion und Zielverfolgung auch die Bekämpfung hochgradig automatisiert abbilden kann.

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Unternehmensangaben zufolge sei das Zubr-System selbstständig in der Lage anfliegende Drohnen bis zu einer Entfernung von 1.500 m zu erfassen und zu verfolgen. Detektion, Zielverfolgung und auch die Ausrichtung der Waffenanlage erfolge laut Rostec vollständig automatisiert. Der Bediener werde Herstellerangaben zufolge nur für die Freigabe der Schussabgabe benötigt. Als Effektor kommen, wenig überraschend, PKTM-Panzermaschinengewehre (Pulemjot Kalaschnikowa Tankowy Modernisirowannyj) im Kaliber 7,62 x 54 mm R zum Einsatz. Diese auf dem PKM-System basierenden Waffen verfügen nicht nur über ein schwereres Rohr, sondern auch über eine elektrische Fernsteuerung. Medienberichten zufolge sei auch die vierrohrige und hybride gas-elektrisch-angetrieben GShG (Glagolev-Shipunov-Gryazev)-7,62 integriert, wobei die aktuell verbreiteten Bilder diese Version nicht zeigen. 

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Insbesondere im Fall weit im Hinterland gelegener Industrieanlagen ist der Schutz vor Strike-Drohnen im zivil genutzten Luftraum mit kinetischen Wirkmitteln eine besondere Herausforderung. Der Gefahrenbereich der zum Einsatz kommenden Patrone im Kaliber 7,62 x 54 mm R mm liegt jenseits der 5 km und stellt bei einer Nutzung in einem Siedlungs- und Gewerbegebiet eine nicht zu unterschätzende Hintergrundgefährdung dar. Nicht nur für die zivile Luftfahrt, sondern auch für im Umkreis befindliche Einrichtungen und Personen am Boden. Ob parallel zu dem Zubr Drohnenabwehrsystem auch an einer für die Zielkategorie optimierte Munition mit reduzierter Hintergrundgefährdung gearbeitet wird, wurde indes nicht bekannt.

Kristóf Nagy