Der zum russischen Staatskonzern Rostec gehörende Optronik-Spezialist Shvabe hat Ende Oktober gleich zwei sich potenziell ergänzende Drohnenabwehrsysteme vorgestellt. Dies gab Rostec am 3. November in einer Pressemitteilung bekannt. Bei den vorgestellten Systemen handelt es sich um eine Abfangdrohne sowie eine Laserwaffe samt den dazugehörigen Detektions- und Feuerleitkomponenten. Leistungsangaben zu den Systemen wurden keine veröffentlicht.
Shvabe entwickelt seit geraumer Zeit zahlreiche Lasersysteme, die sowohl für zivile als auch militärische Zwecke produziert werden. Damit versucht das Unternehmen, die durch die westlichen Sanktionen wegfallende und vormals durch Importe gedeckte Produktpalette zumindest teilweise durch eine einheimische Fertigung zu ersetzen. So präsentierte das Unternehmen im Juni den Prototyp eines neuen, unbemannten Laser-Minenräumsystems, hartpunkt berichtete.
Die Ende Oktober erstmalig auf der Rüstungsmesse Interpolitech 2025 vorgestellte Laserwaffe soll dem Hersteller zufolge eine breite Palette von unbemannten Luftfahrzeugen – inkl. FPV-Drohnen – erfolgreich bekämpfen können. Die Energieversorgung soll über eine separate Batterie erfolgen und zusammen mit dem Such- und Feuerleitradar auf der Ladefläche eines handelsüblichen Lkw Platz finden könne. Zusätzlich sollen elektrooptische Sensoren die Zielverfolgung unterstützen. Dabei soll der Einsatz, bedingt durch den hohen Automatisierungsgrad, durch nur einen Bediener möglich sein.
Auf der gleichen Messe stellte Shvabe einen offenkundig noch in der Prototypenphase befindliche Abfangdrohne vor. Das System besteht der Mitteilung zufolge aus einer Radarstation zur Zieldetektion, optronischen Sensoren zur Zielverfolgung und Feuerleitung sowie einem Rechnersystem. Rostec zufolge kann ein Bediener von einem Arbeitsplatz aus, bedingt durch den hohen Automatisierungsgrad, mehrere Abfangdrohnen gleichzeitig einsetzen. Auch dieses Drohnenabwehrsystem soll auf der Ladefläche eines handelsüblichen Lkw Platz finden.
An dieser Stelle ist es wichtig festzuhalten, dass auch die russische Industrie weiterhin – wenig überraschend – auf mehrere Ansätze für eine mehrschichtige Drohnenabwehr setzt. Neben den idealerweise niedrigen Betriebskosten wird offensichtlich weiterhin ein Schwerpunkt der Entwicklung auf eine hohe Mobilität der Systeme mit verfügbaren Transportmitteln sowie auf den verhältnismäßig geringen Personalaufwand durch Automatisierung gelegt.
Kristóf Nagy


















