COBRA: Erfolgreicher Erstflug des unbemannten Iris-T-Flugkörperträgers

Lars Hoffmann

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Das vom Bremer Start-up POLARIS Raumflugzeuge in Kooperation mit Diehl Defence entwickelte unbemannte Luftfahrzeug COBRA hat einen erfolgreichen Erstflug über eine Strecke von mehr als 20 Kilometer absolviert. Wie POLARIS auf Linkedin schreibt, sollen in den kommenden Monaten weitere Testflüge mit dem COBRA-Prototyp erfolgen. Der Flug erfolgte offenbar über der Ostsee.

Das unbemannte Flugzeug soll zukünftig auf dem Rücken einen Luft-Luft-Flugkörper des Typs Iris-T tragen und von dort starten. Das Konzept sieht die COBRA als Ergänzung von bemannten Fighter-Jets oder bodengebundenen Luftverteidigungssystemen vor, um damit die Waffenreichweite erhöhen zu können. Dabei wird großer Wert auf Kosteneffizienz gelegt. So soll das Flugzeug nur mit einer Lenkwaffe bestückt werden, was sich konstruktiv einfacher umsetzen lässt. Eine oder mehrere COBRAs könnten etwa einem Fighter-Package in einen umkämpften Luftraum vorausfliegen oder bei der bodengebundenen Luftverteidigung als Reichweitenverlängerer der Iris-T fungieren, beispielsweise für die Bekämpfung von Jagdbombern vor dem Gleitbombenabwurf. Dabei soll für den Einsatz im Wesentlichen auf die Sensorik der Lenkwaffe zurückgegriffen werden, was ebenfalls die Kosten für das Trägerflugzeug reduziert. Das Konzept sieht dem Vernehmen nach die Wiederverwendbarkeit der COBRA vor.

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Mit einer Startmasse von mehr als 600 Kilogramm sei COBRA ein leichtes unbemanntes Luftfahrzeug, das POLARIS in Zusammenarbeit mit Diehl Defence im Rahmen des gemeinsamen AirLAS-Projekts (Airborne Launching and Strike System) entwickele, schreibt das Bremer Unternehmen. Wie Bildern des Tests zu entnehmen ist, wurde der Erstflug ohne den Dummy einer Irist-T auf dem Rumpf durchgeführt. Wie zukünftigen Tests dürfte eine in Abmessungen und Gewicht einer Iris-T entsprechende Nutzlast mitgeführt werden.

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POLARIS ist ein Raumfahrt-Startup, dessen Hauptziel nach eigenen Angaben die Entwicklung neuartiger hyperschallschneller Raumflugzeuge ist, um den Zugang zum Weltraum grundlegend zu verändern. Auf Basis der Konfiguration des Raumflugzeugs leite das Unternehmen zudem verkleinerte Produkte für Verteidigungsanwendungen ab.

POLARIS und Diehl hatten im vergangenen Jahr auf der Paris Air Show eine exklusive Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, die die Bewaffnung unbemannter fliegender Trägersysteme von POLARIS mit Iris-T-Flugkörpern vorsieht. Damals hieß es, dass die ersten Flugversuche noch 2025 stattfinden sollten. Dann war die Rede davon, den ersten Flug im Frühjahr dieses Jahres zu absolvieren. Allerdings kam es zu weiteren Verzögerungen, so dass erst jetzt der erste Test erfolgte.

Lars Hoffmann